Zur Lebensgeschichte der

 

MACHIG LABDRÖN

 

 

0)                 Vorbemerkung:

 

MACHIG (oder MACIG oder MAGCIG) LABDRÖN  bedeutet wörtlich übersetzt :

„EINZIGE MUTTER;LICHT (oder LAMPE) AUS LAB“.

.Sie lebte in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (1055-1154) und zählt als Begründerin der weiblichen Gcod – (Chöd - ) Tradition zu den berühmtesten Weissheitsfrauen Tibets.

Ihre Lebensgeschichte wurde von verschiedenen Autoren geschrieben. Solche Beschreibungen werden in Tibet „NAMTHAR“ (tibet.rnamthar) genannt, was soviel heißt wie „VOLLSTÄNDIGE BEFREIUNG“. Dies wird als innerliche, spirituelle Wiedergabe angesehen, die den Weg eines Menschen zur vollkommenen Erlösung aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten beschreibt. Wollen wir diese Art von Geschichte verstehen, sollten wir weitaus mehr für möglich halten, als uns unserer begrenzter Verstand gestattet. Wir sollten davon ausgehen, dass auf höheren Ebenen spiritueller Entwicklung das Bewusstsein so auf Materie einwirken kann, das dadurch unglaubliche Phänomene entstehen. Ausserdem haben wir, um einer Lebensgeschichte wie dieser gerecht zu werden, den Einfluss der buddhistischen Philosophie auf die tibetische Kultur zu berücksichtigen, wonach ja alle Erscheinungen der Welt (auch die sogenannten „objektiven“, „historischen“ „Fakten“ …!). letztlich von traumgleicher Qualität sind.

Wie bei vielen tibetischen Heiligenbiografien reicht die Inkarnationslinie von MACHIG LABDRÖN weit zurück: In einem Text prophezeit Guru Rinpoche PADMASAMBHAVA, dass seine spirituelle Gefährtin YESHE TSOGYEL als MACHIG LABDRÖN und er selbst als deren wichtigste spirituelle  Inspiration in Gestalt des Mahasiddha PADAMPA SANGYE wiedergeboren würde. Ausserdem sollten die bedeutendsten Gestalten aus Yeshe Tsogyels Leben als Wiedergeburten im MACHIG LABDRÖN’S Leben in Erscheinung treten, wie etwa ihr Ehemann THODPA BHADRA und ihre Kinder. Doch bevor MACHIG LABDRÖN zu einer der beliebtesten Mystikerinnen Tibets werden konnte, lebte sie ein männliches Vorleben als MÖNLAM DRUB. Diesen Namen erhielt der Sohn des indischen Königs PÄLWANG CHUG. Als Kind entwickelte er so außergewöhnliche Fähigkeiten, dass er bald als eine Emanation des Buddha angesehen wurde. Nachdem er bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr in den vier Tantras unterrichtet und seinem ersten Lehrer ebenbürtig geworden war, vervollkommete er unter der Anleitung des großen Siddha Guru Ratna sein Geistestraining. Als einem Yogi von ganz besonderen Kräften erschienen dann ARYA TARA, AVALOKITESHVARA sowie sämtliche DAKINIS, die ihm auftrugen, nach Tibet zu gehen, um den Tibetern Belehrungen und Hilfe zu bringen.

Schließlich teilte ihm die Erscheinung einer tiefblauen zornvollen Dakini mit Knochenschmuck mit:“Ich werde dich töten, damit dein Geist in mich eingehen kann und du so mit mir auf schnellstem Weg nach Tibet gelangst!“

Indem sie vorgab, mit ihrem gebogenen Messer zuzustossen, fuhr sein Bewusstsein in sie hinein. Auf diese Weise kam er ohne Hindernisse nach Tibet. Er war zu dem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt und liess seinen Körper, der nicht verweste, in der Potari-Höhle in Südindien zurück. – Zweiundvierzig Jahre später erhielt MACHIG LABDRÖN misstrauischen Besuch von drei der mächtigsten Siddhas aus Bodhgaya. Als sie überprüfen wollten, ob sie eine gefährliche Schwarzmagierin oder eine wirkliche Heilige sei, da bestätigte sie ihre wundersame Wiedergeburt in Tibet. Aufgrund ihrer früheren Leben in Indien konnte sie die drei Inder in ihrer Muttersprache ansprechen. Sie instruierte sie, ihren früheren, unversehrten Körper des Mönlam Drub in der Potari-Höhle aufzusuchen und rituell zu bestatten. Dabei sollten sich erstaunliche Begleiterscheinungen zeigen.

So überzeugte sie durch ihr außergewöhnliches Wesen nicht nur die drei Pandits, sondern auch unzählige andere Menschen vollkommen! Weiters bewirkte sie dadurch, dass der von ihm entwickelte Mahamudra-Chöd als erste tibetische Art von Dharma-Praxis nach Indien gebracht wurde.

 

1) & 2) Fakten & Leben und Wirken

 

DIE BIOGRAFIE DER MACHIG LABDRÖN

 

begann, als in den Schoß ihrer Mutter der Bewusstseinsstrom (von MÖNLAM DRUB) am 15. Tag des 5. Monats im Jahr des Pferdes in der Gegend von LABchi Eli Gangwar eindrang. Die Eltern stammten aus dieser südtibetischen Region, aus der Stadt Tso Mer („See vom Meer“).  Der Vater – eine Edelmann – war das Oberhaupt dieser Stadt. Man nannte ihm „Chökyi Dawa“ (=“Mond des Dharma“). Die Mutter hieß „Bum Cham“ (= Große Edelfrau). Beide kamen aus wohlhabenden Familien. Sie praktizierten den Dharma und regten mit ihrer freundlichen Art viele andere dazu an. Den fünfhundert Familien, die ihnen untertan waren, galten sie als Bodhisattvas. Vor Machigs Geburt hatte Mutter Bum Cham viele wunderbare, bedeutungsvolle Träume und es kündigten etliche Anzeichen ein aussergewöhnliches Ereignis an. Im 3. Monat im Jahr des Schafes (1055 n.Chr.) wurde das Kind in der Morgendämmerung geboren und nahm sofort die tanzende Haltung der Vajrayogini ein, während es vom Himmel farbige Lichter und Blumen regnete. Auf der Stirn des kleinen Mädchens war ein drittes Auge, das feine Fäden von regenbogenfarbigem Licht ausstrahlte. Von klein auf war sie mit buddhistischer Praxis vertraut. Mit drei Jahren kannte sie bereits viele Mantras, ging gern in den Scheinraum, um Niederwerfungen zu machen und Opfer darzubringen. Im Alter von fünf Jahren brachte ihr die Mutter Lesen und Schreiben bei und fand für sie einen Lama, der sie im Dharma unterrichtete. Dieser Lehrer erklärte ihren Eltern, dass sie kein gewöhnliches Mädchen sei. Sie weise alle Anzeichen einer hohen Dahini auf und sei ihm mit ihrem Wissen bereits über den Kopf gewachsen. Das sprach sich bald herum, sodass sogar der König von Tibet Machig und ihre Familie zur  Audienz einlud, um das Wunderkind persönlich kennen zu lernen. Besonders bewundernswert war, dass sich ein Kind mit dem philosophisch äußerst anspruchsvollen „Prajnaparamita“-Sutra (zur „Vervollkommung der Weisheit“) beschäftigte.

Als Machig zehn Jahre alt war, konnte sie vier Bände an einem Tag vorlesen, und war somit zehnmal schneller als jeder erwachsene Experte dieses Textes. Seit sie fünf Jahre zuvor mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester von ihrem Heimatort nach Lhoka in Südtibet übersiedelt war, lebte sie dort als Vorleserin der Prajnaparamita-Texte. Solche professionellen Rezitierenden wurden in Häuser von Laienanhängern geschickt, damit diese dadurch Verdienste und gutes Karma ansammeln konnten. Dabei hielt man die Anzahl rascher Wiederholungen für wichtiger als das Verstehen des Inhalts.

Machig konnte jedoch weiterhin – nachdem sie im Alter von zehn Jahren ihre Mutter verloren hatte – bei wichtigen Lehrern wie Lama Aton, dem berühmten Tertön Drapa Gonshe und Lama Sonam Grepa die Kenntnisse des Mahayana-Buddhismus und besonders der Prajnaparamita vertiefen. Speziell das Kapitel von den Dämonen hatte es ihr angetan, aus dem sie später das Chöd-System entwickeln sollte. Schließlich erlangte sie so tiefgründiges Verstehen, dass daraus stabiles Wissen und die Befreiung aus dem dualistischen Samsara erfolgte.

Nach diesem entscheidenden Erwachenserlebnis gab Machig alle weltlichen Beschränkungen auf. Sie legte ihre Nonnengewänder ab, an die sie schon seit Kleinkindertagen gewöhnt war. Statt dessen hüllte sie sich in alte, schäbige Tücher. Nun lebte sie mit Aussätzigen und anderen aus der Gesellschaft ausgestossenen zusammen. Sie wurde eine freiwandernde Leichenstätten-Yogini ohne Sorge um Aussehen, Gesellschaft und Besitz.

In diesem Lebensabschnitt vervollkommete sie ihre religiöse Ausbildung bei zahlreichen Meistern. Von ihnen erhielt sie Unterweisungen aus den diversen Schulen des tibetischen Buddhismus, wie etwa die „Mahamudra-Lehren“und die „Sechs Yogas des Naropa“, die Vajravarahi – und Kalachakra-Lehren sowie jene des Dzogchen.

Die bedeutendste spirituelle Begegnung hatte Machig mit dem indischen Mahasiddha Padampa Sangye,der in Tibet eine religiöse Tradition einführte, genannt „Befriedung des Schmerzes“. Das Ziel seiner Belehrungen zur radikalen Beseitigung aller Leidenschaften fasste er so zusammen:“Eignet euch nicht das an, was ausserhalb von euch erscheint. Gebt dem Äußeren keine Zuflucht in euch selbst. Und das, was in euch ist, projiziert es nicht nach draussen. Der Geist darf keine Anhaftung an den Körper empfinden. Lasst Körper und Geist frei, damit beide in sich selbst ruhen können.“ Padampa’s Lehrsystem lag eine Vielfalt von esoterischen Texten zur Theorie und Praxis von Yoga, Meditation, Philosophie, Medizin, Alchimie und Magie zugrunde. Auch standen damit die Praktiken des Chöd in Verbindung, die dann von Machig überarbeitet und in eine eigenständige Methode der Geistes-Schulung umgeformt wurden. Bereits bei der ersten Zusammenkunft soll Padampa seiner Schülerin Machig folgendes spirituelle Vermächtnis übertragen haben: „Nimm das an, was dich zurückstösst. Hilf jenen, bei denen dir Hilfe unmöglich erscheint. Lasse alles zurück, nach dem dich verlangt. Suche Orte auf, die dir Angst machen, etwa Friedhöfe. Sei immer aufmerksam und bewusst. Finde den Buddha in dir.“ Wie Machig unter anderem diesen Herzensrat auf ihre unverwechselbar Weise umsetzte, zeigt am besten eine Geschichte, die sich während einer tantrischen Initiation zutrug: Sonam Lama hatte während einer Nacht ein Ritual abgehalten. Während er im Morgengrauen die wichtigste Phase der Einweihung in die Weisheit vollziehen wollte, hatte Machig plötzlich eine tiefe Einsicht und entfernte sich vom Tempel. In einem Zustand der Kontemplation erhob sich die Yogini in die Lüfte, tanzte die heiligen Tänze der friedlichen Gottheiten und hielt eine Lehrrede in Sanskrit. Nach dem Ende ihres Tanzes liess sich sich im Wipfel eines Baumes nieder, der nahe am Ufer eines Sees stand. In diesem See lebte eine schreckliche, gefürchtete Schlange. Machig verspürte keinerlei Angst vor diesem dämonischen Wesen. Sie verblieb lange Zeit auf dem Baum in tiefer Meditation. Die Anwesenheit der Yogini schüchterte den Dämon ein und gleichzeitig erzürnte sie ihn auch. Er rief einer Schar anderer Dämonen und Geister zu Hilfe. Sie alle griffen Machig an und versuchten, ihr Angst einzuflössen. Doch die Heilige liess sich von den monströsen Wesen nicht einschüchtern, im Gegenteil, sie bot ihnen als Geschenk ihren eigenen Körper an. Die Dämonen konnten der Yogini nichts anhaben, denn sie konnten kein „Ich“ in ihr finden, das sie hätten verletzen können. Indem Machig die Dämonen auf diese Weise unterworfen hatte, erschienen nun alle Buddhas der zehn Himmelsrichtungen sowie Aryatara, die folgende Weissagung machte:“Yogini, du wirst allen Lebewesen helfen. Du wirst auf den 108 Friedhöfen und den schrecklichen Orten praktizieren. Deine Belehrungen werden strahlen wie die Sonne, wenn sie hoch am Himmel steht. Und deine Schüler werden jenes Wissen erlangen, von dem man nicht mehr zurückfällt.“

Sobald es Tag wurde machten sich der Lama und die anderen Teilnehmer an dem Ritual auf die Suche nach Machig. Sie fanden Machig nackt und ohne jede Scheu auf einem Baum sitzen, frei von weltlichem Leid. Die Frau stieg vom Baum und machte vor dem Lama Niederwerfungen. Sie sprach:.“Jene, die sich aufrichtig vor ihrem Meister niederwerfen, werden von allen Hindernissen befreit sein, die ihre Handlungen erzeugt haben.“ Die anderen Teilnehmer an der Initiation beschuldigten Machig, die Weihe unterbrochen zu haben. Der Meister aber sprach zu ihnen:“Während ihr alle nur die Initiation der Worte erhalten habt, war Machig die einzige, die auch die Einweihung in den tiefen Sinn der Belehrung erhalten hat.“ Von den vielen symbolischen Elementen dieser Episode, die uns beim Verständnis der Machig Labdrön behilflich sein können, verweist das Hauptmotiv vor allem auf ihre spirituelle Unabhängigkeit. Damit war es ihr möglich, die Begründerin eines religiösen Lehrsystems zu werden.

In der Praxis „VOM ABSCHNEIDEN DER DÄMONEN“ vollzieht der Praktizierende nach bestimmten Vorbereitungen die Opferung des eigenen Körpers.

„CHÖD“ (gCod) bedeutet wörtlich „ABSCHNEIDEN“ und zielt auf eine radikale Trennung von der Verhaftung an Körper und Ego ab.

Als erstes visualisiert der Praktizierende, wie sein Bewusstsein den Körper durch den Scheitelpunkt des Kopfes verlässt und sich in eine zornvolle Dakini verwandelt. Diese nimmt ihr halbmondförmiges Messer und schneidet den oberen Teil vom Kopf des Praktizierenden ab. Die so gewonnene Schädelschale wird dann auf einem Dreifuß aus drei Totenköpfen über eine Flamme gestellt. Der übrige Körper wird in Stücke geschnitten und in die zu entsprechender Größe angewachsene Schädelschale gelegt. Diese Leichenteile mitsamt Innereien und Blut werden dann je nach Art der Begierden der verschiedenen dämonischen Wesen in Speisen und Opfergaben verwandelt, die deren Bedürfnisse ein für alle Mal befriedigt. Sobald dies der Fall ist, erinnert sich der Praktizierende daran, dass der Spender des geopferten Körpers, der Prozess des Spendens und diejenigen, die die Spenden empfangen haben (die „Dämonen“, die nichts anderes sind, als Projektionen unseres eigenen Geistes), alle gleichermaßen „leer“ sind. Der Praktizierende bemüht sich, im Zustand dieser Einsicht zu verweilen.

Das Chöd-Ritual endet mit dem Lesen weiterer Lehrtexte über die wahre Natur der Wirklichkeit und einigen abschließenden Gebeten darum, dass alle Wesen letztendlich erleuchtet werden mögen.

Die zweite Lebenshälfte von Machig Labdrön ist gekennzeichnet von Zusammentreffen mit Thodpa Bhadra, einem indischen Yogi aus Kosala. Nachdem sie einige gute Vorzeichen erkannte hatte, heiratete sie im Alter von 23 Jahren den Yogi. In den folgenden zwei Jahren brachte sie die Söhne DRUPBA und dann DRUP SE zur Welt. Mit 30 Jahren gebar sie noch die Tochter DRUP CHUNGMA. In einigen Biografien wird erzählt, dass Machig scharf kritisiert wurde, weil sie ihre monastischen Gelübde zurückgegeben hatte und deshalb von manchen „KALONGMA"“(= „die Abtrünnige“) genannt worden sei. Aber das entsprach in keiner Weise dem außergewöhnlichen Wesen dieser Heiligen! Vielmehr war es der Ausdruck treuer, konsequenter Dharma-Praxis und großer, innerer Freiheit, der sie schließlich nach 12 Jahren Familienlebens veranlasste, ihre Kinder bei ihrem Mann zurückzulassen und zu weiterer vertiefender Schulung zu ihren Lamas zurückzukehren. Lama DRA charakterisierte sie mit folgenden Worten:“Du bist eine große weibliche Siddha! Du bist die freundlichste Mutter, die alle fühlenden Wesen wie ihre eigenen Kinder behandelt! Du bist die Mutter der Buddhas und Bodhisattvas!“

Als Machig Labdrön im 40. Lebensjahr stand, hatte sich die Nachricht von ihrer Vervollkommungen in ganz Tibet verbreitet, ein Ruhm, der sich in den folgenden Jahren auch bis nach Indien ausweiten sollte. Es hieß, dass ihre besondere Lehre des Mahamudra-Chöd 424 Krankheiten heilen könne und dass sie gefeit sei gegen die Einwirkung von 80.000 behindernden Geistern. Dies eindrucksvoll zu beweisen, ergab sich – unter anderem – die Gelegenheit, als ihr jüngerer Sohn DRUP SE im Alter von 15 Jahren schwer erkrankte und verrückt wurde. Machig empfahl ihm die Praxis der „Kostbaren Lampe, die alles Leiden überwindet“ und wies ihn an, eine Woche lang auf einem Friedhof zu üben. So überwand er nicht nur seine Krankheit, sondern erlangte auch tiefe spirituelle Einsichten. Danach legte er bei PADAMPA SANGYE Gelübde ab und erhielt den neuen Namen „TONYON SAMDRUB“ (= Verrückter Sohn des Thodpa Bhadra, vervollkommneter Meditierer“).

Von Padampa – der ihm wie ein zweiter Vater wurde – erhielt er Herzensunterweisungen. Er gewann zunehmend an Reife und Verwirklichung.  Machig Labdrön unternahm etliche lange Pilgerreisen und besuchte verschiedene heilige Orte in Tibet.

Den Rest ihres Lebens verbrachte sie in Zangri Kangmar in Klausur, also an einem -in Südtibet am Nordufer des Tsang po gelegenen- Ort, der heute noch Ziel vieler Pilgerreisen ist.

Mit 99 Jahren ging sie in die Große Verwandlung ein. In ihren letzten Lebensjahren unterrichtete Machig Labdrön zahlreiche Schüler, vor allem aber ihre eigenen Kinder, die eine wichtige Rolle in der Fortsetzung der CHÖD-Tradition spielten.

 Ihre Lehren sind in allen Schulen des tibetischen Buddhismus verbreitet. Sie erfreuen sich nicht zuletzt wegen ihrer heil- und fruchtbarkeitsfördernden Wirkung sowie ihrer Unheil-abwendenden, exorzistischen Funktion großer Beliebtheit.

 

3)         Eigene Werke von Machig Labdrön:

                        .) „DIE GROSSE SAMMLUNG DER LEHREN“ und

                        .) „DIE (HAAR-)SPITZE DER WEISHEIT“

Die sind im 9. Band der grossen Schriftensammlung DAM NGAZÖD (tib. gdam ngag mdzod/“Der Schatz der Lehren“) enthalten und wurden im 19. Jahrhundert von Meister JAMGON KONGTRUL klassifiziert.


 

4)                 Literatur-, Quellen- und Bildverzeichnisse:

.)“ MA GCIG – GESÄNGE DER WEISHEIT“

„Herausgegeben und aus dem Tibetischen übersetzt von Giacomella Orofino /Garuda-Verlag.

.)“ TIBETS WEISE FRAUEN“

von Tsültrim Allione/Thesens-Verlag

.) THANGKA-KALENDER:/Windpferd-Verlag

-         vom Jahr 1999 / Monat Mai

-         vom Jahr 1994 / Monat September

5)                 Zitate:

.) des Mahasiddha PADAMPA SANGYE:

               aus „GESÄNGE DER WEISHEIT“, S 13 und S 14

.) aus Machig’s Geschichte von der tantrischen Initiation:

    aus „GESÄNGE DER WEISHEIT“, S 16 und S 17

.) Von Lama DRA über Machig:

    aus „TIBETS WEISE FRAUEN“; S 207

 

6)                 Weblinks.

 

GOOGLE“ – Suchprogramm/Stichwort: MACHIG LABDRÖN“

.) „Ma-gCig Labdrön nahm Wiedergeburt als Jomo Menmo und dann

   als Khyungchen Aro Lingma....“

   www.aroter.org/den/images/drawings/machig.htm

.) „Part 2: Ma-gCig Labdrön und Jomo Menmo“

   www.aroter.org/history

.)WIKIPEDIA: „MACHIG LABDRÖN“/“BUDDHISMUS

   IN TIBET“/“CHÖD“

 

7)                 Lexikalisches in Kürze:

a)      Name:

ursprünglich: Dorje Yingkyi Wangschug

später:            MACHIG (oder MACIG oder MAGCIG)                        LABDRÖN (oder LAPDRÖN)

b)      Lebenszeit:

1055 – 1154 (nach unserer Zeitrechnung)

c)      Ort:

der Geburt: LABCHI ELI GANGWAR

des Lebensendes: ZANGRI KANGMAR

d)      Land:

SÜDTIBET

e)      Schule/Tradition:

BEGRÜNDERIN DER WEIBLICHEN MAHAMUDRA-GCOD –

(Chöd-) TRADITIONSLINIE