AVYAKRITAVASTUNI - Über des Unerklärliche
Das Schweigen des Buddha zu metaphysisch-spekulativen Fragen.
In der kürzeren Lehrrede an Malunkyaputta M.63 lesen wir Folgendes:
So habe ich gehört, einmal hielt sich der Erhabene bei Savatthi im Jeta – Hain, dem Park des Anathapindika auf. Als der Ehrwürdige Malunkyaputta zu dieser Zeit allein in der Meditation weilte, erschien der folgende Gedanke in seinem Herzen: diese spekulativen Ansichten sind vom Erhabenen nicht verkündet worden, sind von ihm verworfen und abgelehnt worden, nämlich: die Welt ist ewig und die Welt ist nicht ewig.
Die Welt ist endlich, die Welt ist unendlich. Die Seele ist das gleiche wie der Körper und die Seele ist eine Sache und der Körper eine andere, und ein Tathagata existiert nach dem Tode und ein Tathagata existiert nach dem Tode nicht und sowohl existiert ein Tathagata nach dem Tode, als auch existiert er nicht und weder existiert ein Tathagata nach dem Tode noch existiert er nicht.
Der Erhabene verkündete mir dieses nicht und ich billige und akzeptiere die Tatsache nicht, dass er sie mir nicht verkündet, also werde ich zum Erhabenen gehen und ihn nach der Bedeutung von diesem fragen.

Wenn er mir verkündet, entweder die Welt ist ewig, die Welt ist nicht ewig, die Welt ist endlich oder die Welt ist unendlich, die Seele ist das Gleiche wie der Körper oder die Seele ist eine Sache und der Körper eine andere, ein Tathagata existiert nach dem Tode, oder ein Tathagata existiert nach dem Tode nicht, oder sowohl existiert ein Tathagata nach dem Tode, als auch existiert er nicht, oder weder existiert ein Tathagata nach dem Tode noch existiert er nicht. Dann will ich das heilige Leben unter ihm führen, wenn er mir diese nicht verkündet, dann will ich die Übung aufgeben und zum niedrigen Leben zurückkehren.
Malunkyaputta möchte Gewissheit und Sicherheit haben bezüglich sogenannter „letzter Fragen“, um sich einrichten zu können in einem anscheinend festen und sicheren Gedankengebäude, dessen Wirklichkeit keine Zweifel mehr und keine Fragen offen lässt.
Er kann noch nicht erspüren, dass das Ziel Erleuchtung, Nirvana, auch das Beenden aller Leidenschaften sowie aller Illusionen und Konzepte ist, die durch unsere Vorstellungen entstanden sind. Geht es um endgültige Wirklichkeit, (Soheit, Leerheit), ist eine Darlegung in Konzepten und Worten immer nur näherungsweise möglich.
„Nirvana“ ist unser Wesensgrund und unsere wahre Natur, also die des „nicht geboren Werdens und des nicht Sterbens.“
Im Theravada ist Nibbana die Aufhebung künftigen Werdens durch Aufhebung der Triebkräfte und zur Ruhekommen der Tatabsichten. Nibbana ist nicht–bedingt, von Entstehen und Vergehen frei. Im Ittivuttaka heißt es: es gibt ein Ungeschaffenes, nicht Bedingtes, wenn es dies nicht gäbe, wäre ein Ende des Geborenen, Gewordenen nicht zu erkennen. Und im Udana: es ist der Bereich, wo weder Erde noch Wasser….. nicht diese Welt noch eine jenseitige Welt bestehen, nicht Kommen nicht Gehen…..ohne Grundlage Fortentwicklung und Bedingung ist es: eben dies ist das Ende der Leiden.
Die letzte Formulierung ist eigentlich schon eine Umschreibung des Begriffes der Leerheit, hier ist Nirvana eine Wirklichkeit, identisch mit dem Absoluten, eine zeitlose Gegebenheit. Es ist Soheit, Leerheit, Grundbewusstsein. Da in dieser Sichtweise alle Dinge von „Urbeginn an erloschen“ sind, ist Nirvana die Freiheit von den Faktoren, die dem Unerlösten die Erkenntnis seiner wesenhaften Erlöstheit versperren.
Die Identität des Absoluten mit der Leerheit führt hin zur Betrachtung der Existenz als bedingtes Entstehen, das eine ewig bestehende Eigennatur des Selbst und der Dinge nicht anerkennt. Alles Existierende ist ein Strom von Beziehungen, die durch Ursachen, Bedingungen eine Welt nicht endender zeitloser Dynamik entwirft. Da das bedingte Entstehen das ist, was wir Leerheit nennen, verlieren die Begriffe Geburt und Tod ihre Bedeutung.

Was der Buddha uns verständlich zu machen versucht, ist die Unvergänglichkeit des Vergänglichen. Wichtig ist auch: es gibt keinen Ausweg in Form einer Flucht in eine (hypostasierte) Transzendenz. Uns bleibt nur das volle Akzeptieren unserer Sterblichkeit und „Nichtigkeit“ des Nirvana. Jedoch ist Nirvana das nicht Geschaffene, nicht Vergehende, keine andere Wirklichkeit (s.o.), als wie, die wir erleben.
Die Welt der Erscheinungen ist wahr, aber vergänglich in allem. Außerdem ist noch das ganze Maß an Abhängigkeit zu akzeptieren. Es gibt nichts in dieser Welt, keinen Rest, der der Bedingtheit entkommen könnte.
Im Sutra vom Reiskeimling können wir einige grundlegende Sätze dazu lesen:
„Entstehen in Abhängigkeit bedeutet: ist etwas vorhanden, kommt etwas Weiteres hervor. Weil dieses ist, ist jenes. Weil dieses entsteht, entsteht jenes. Wenn dieses nicht ist, entsteht jenes nicht." Durch Aufhebung der Voraussetzungen wird jede Folge aufgehoben. Damit ist gemeint, wann immer bestimmte Ursachen und Wirkungen gegeben sind, entstehen Resultate, wodurch weitere Wirkungen in Gang gesetzt werden.
Das Entstehen in Abhängigkeit hat drei grundlegende Merkmale:
Dasein, „Sein“ wird so nicht als Unveränderliche ewige Substanz, sondern als Prozess ständigen Werdens verstanden.
Nichts ist geboren, nichts kann sterben. Das ist die wahre Lehre Buddhas. Die höchste Wirklichkeit ist für den Buddha unaussprechlich, so transzendent, dass Buddha auf die Frage danach (Universum, Gott u. a.) immer mit Schweigen geantwortet hat.
Gerade, weil er so tief religiös ist, entsagt er jeder metaphysischen Spekulation. Nirvana meint das Ausgehen, Verlöschen von Zeitlichkeit, Tod und allem Sterblichen, des Leidens. Nirvana meint aber zugleich auch (Nirvana ist die Erfahrung des Unbedingten), das Nichtbedingte, Nichtgeschaffene und daher auch Nichtvergehende.

D. T. Suzuki meint: Erleuchtung ist ein echtes Gefühl von Transzendenz. Die irdischen Dinge machen eine Erneuerung und eine erfrischende Wandlung durch. Es wird nicht die Lebenswirklichkeit zum Erlöschen gebracht, Nirvana ist das Ende des Leidens, nicht des Lebens.
Nicht die Lebenswirklichkeit ist auszuschalten, sondern das Leiden, das nicht wesensmäßig zur recht erkannten Wirklichkeit gehört. Leiden ist das Resultat der drei Geistesgifte (Gier, Hass und Wahn). Das Ausschalten ist möglich, durch die von Buddha gegebene konkrete Praxis, die alle Leiden und damit alle Illusion des Getrenntseins und alle Begrenzungen auflöst.
Die Fragen, die Malunkyaputta (und im späteren Teil dieses Artikels Vacchagotta) stellen, werden, wenn auch vielleicht in abgewandelter Form auch heute noch immer wieder gestellt und würden von Buddha auch heute in gleicher Weise beantwortet.
Das Subha Sutra beleuchtet die Situation von einem anderen Standpunkt aus.
Malunkyaputta verlangt, wenn wir dem Sutra weiter folgen, dass wir die von ihm gestellten Fragen von Buddha eindeutig beantwortet bekommen und sagt: „wenn er mir dies nicht verkündet, dann will ich die Übung verlassen und zu niedrigem Leben zurück kehren.“ Malunkyaputta meint auch, er würde sich zufrieden geben, wenn der Buddha es nicht wüsste, dies aber zugeben könnte. „Es ist geradlinig, wenn einer nicht weiß und nicht sieht, sagt: ich weiß nicht und ich sehe nicht“.
Der Tathagata aber antwortet: „Malunkyaputta, wie ist dies? Habe ich jemals zu dir gesagt, komm, Malunkyaputta, führe das heilige Leben unter mir und ich werde dir sagen, die Welt ist ewig" usw.
Malunkyaputta muss dies verneinen, worauf der Buddha sagt „nachdem das so ist, fehlgeleiteter Mann, was bist du und was gibst du auf.“
Malunkyaputta stellt eben Fragen, die den Menschen seit je zentral beschäftigen.
Das Menschenproblem, was ist der Mensch und was wird mit ihm nach seinem Tod?
Alle von Malunkyaputta gestellten Fragen werden im Sutra im Einzelnen durchgegangen. Die Antwort des Tathagata ist immer die gleiche.
„Wenn irgend jemand sagen sollte, ich werde das heilige Leben unter dem Erhabenen nicht eher führen, als der Erhabene mir verkündet, die Welt ist ewig, oder die Welt ist nicht ewig, die Welt ist endlich usw., (wie die Fragen eben schon im Vorgehenden gestellt wurden.) Denn bevor ich die Fragen beantwortet habe, würde mittlerweile jene Person sterben. Angenommen Malunkyaputta, ein Mann wäre von einem Pfeil, der dick mit Gift bestrichen war, verwundet worden, und seine Freunde und Gefährten brächten einen Wundarzt herbei, um ihn zu behandeln. Und der Mann würde sagen: “Ich werde nicht zulassen, dass der Wundarzt diesen Pfeil herauszieht, ehe ich weiß, ob der Mann, der mich verwundet hat, ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Händler oder ein Arbeiter war. Ich werde nicht zulassen, dass der Wundarzt diesen Pfeil herauszieht, bis ich den Namen und die Familie des Mannes, der mich verwundet hat, weiß. Und er würde sagen, ich werde nicht zulassen, dass der Wundarzt diesen Pfeil herauszieht, bis ich weiß, ob der Mann, der mich verwundet hat, von schwarzer, brauner oder gelber Hautfarbe war.“
Es werden noch einige andere Punkte genannt, die der Mann unbedingt wissen will, bis hin von welchem Tier die Federn des Pfeiles stammen, bzw. aus welchem Holz der Pfeilschaft gefertigt wurde.
Der Buddha sagt, all dies würde dem Mann dennoch nicht bekannt sein und mittlerweile würde er sterben. "Ebenso, Malunkyaputta, wenn irgendjemand sagen sollte, ich werde das heilige Leben unter dem Erhabenen nicht führen, als der Erhabene mir verkündet, die Welt ist ewig oder die Welt ist nicht ewig usf. Malunkyaputta, wenn die Ansicht besteht, die Welt ist ewig, kann das heilige Leben nicht gelebt werden. Wenn die Ansicht besteht, die Welt ist nicht ewig, kann das heilige Leben nicht gelebt werden. Ob nun die Ansicht besteht, die Welt ist ewig, oder die Ansicht, die Welt ist nicht ewig, es gibt Geburt, es gibt Alter, es gibt Tod es gibt Kummer, Klagen Schmerz, Trauer und Verzweiflung, deren Vernichtung ich hier und jetzt erkläre."
Und weiter sagt der Buddha: „warum habe ich all dies unverkündet gelassen? Weil es nicht förderlich ist, weil es nicht zu den Grundlagen des heiligen Leben gehört, weil es nicht zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zu Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung zu Nirvana führt. Deswegen ist es von mir nicht verkündet worden. Dies ist der Ursprung von Dukkha, ist von mir verkündet worden. Dies ist das Aufhören von Dukkha, dies ist von mir verkündet worden. Dies ist der Weg, der zum Aufhören von Dukkha führt, ist von mir verkündet worden. Warum ist jenes von mir verkündet worden? Weil es förderlich ist, weil es zu den Grundlagen des heiligen Lebens gehört, weil es zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zu Nirvana führt. Deshalb ist es von mir verkündet worden.
Daher, Malunkyaputta, nimm das, was ich unverkündet gelassen habe als unverkündet, und nimm das, was ich verkündet habe, als verkündet hin."

Erwähnenswert ist hier, dass der Buddha im Brahmajala Sutra (D 1) sagt, dass selbst bloßes meditatives Erleben nicht vor spekulativen, falschen Ansichten schützt. Das einzige Gegenmittel gegen das Verirren im Dschungel der Ansichten ist richtige Ansicht. (Auf Grundlage des 1. Schrittes auf dem Achtfachen Heiligen Pfad).
Der entscheidende erste Schritt auf dem Buddhaweg zur Erlösung ist nicht die Befolgung der überlieferten Gebote/Verbote oder metaphysisch begründeten Sätze, sondern Erfahrung, Erkenntnis des unvermeidbaren Leidens. Die Erkenntnis des Leidens (Samma Ditthi = Rechtes Erkennen) ist der entscheidende Wendepunkt in unserem Leben. Erst wenn uns eine der sechs Arten des Leidens (Unbeständigkeit, Unzufriedenheit, ständige Wiedergeburt, Werden und Wachstum der Gruppen des Anhaftens) ganz und bedrängend präsent ist, kann diese erschütternde Erkenntnis dazu führen, dass wir den rechten Entschluss (Samma Sankappa) fassen, etwas gegen das Leiden zu unternehmen. Es geht primär und grundsätzlich um die, durch eigene Erfahrung gewonnene Erkenntnis.
Malunkyaputta möchte aber aus Gedanken Fakten und Tatsachen machen. Es geht ihm um eine Objektivierung der Transzendenz, die nie bewiesen sondern immer nur geglaubt werden kann. Die „reine Transzendenz“ bei Buddha Shakyamuni aber heißt Shunyata, die Leere. (Synonym mit Nirvana, Soheit, Buddhanatur…)
Jede Objektivierung dieser Transzendenz nähme dem Menschen die genuine Freiheit eines sich selbst bestimmenden und selbst schaffenden Ganzen, das seine Gesetze und seine Regeln in einem unendlichen, nach vorne offen bleibenden Schöpfungsprozess immer wieder neu erstellt. (Dieser Schöpfungsprozess ist weder anthropomorph noch theomorph. Es ist eine grundlegende Eigenschaft alles Existierenden, begrifflich gefasst in der Lehre vom bedingten Entstehen.)
Die erlebte Wirklichkeit ist relativ, bedingt immer und überall und sie ist zugleich eines und unteilbar.
Die im Mahayana oft gebrauchte Einteilung in relative und absolute Wahrheit meint letztlich Sichtweisen, Standpunkte, die deutlich machen, dass die Dinge nicht nur so sind, wie sie uns vom alltäglichen Bewusstsein her erscheinen, sondern dass es Wahrnehmungs – und Erkenntnisformen gibt, die eine andere Dimension der Totalität des Seins erkennbar werden lassen.
Der Buddha beantwortet die so genannten metaphysischen Fragen mit Schweigen, er löscht sie einfach aus und macht uns klar, dass die Suche nach einem absoluten Rückhalt, nach einem höchsten Subjekt oder einer absoluten Substanz für ihn keinen Sinn macht. Die Frage nach einer „überirdischen Welt“ erscheint ihm überflüssig. Die Beschäftigung damit führt zu keinem besseren Leben. Das Leiden und das Elend werden dadurch nicht verkleinert. Zu diesen Fragen nimmt Buddha auch Stellung in der S. 56 / 31. Hier lesen wir: „ebenso, ihr Mönche, sind es viel mehr Dinge die ich erkannt, aber nicht offenbart habe. Nur wenige Dinge habe ich offenbart. Warum habe ich diese Dinge nicht offenbart? Weil sie nichts mit dem Nutzen zu tun haben, nicht dem heiligen Leben dienen, nicht zur Abklärung, Leidenschaftslosigkeit, zum Verlöschen führen.“ Auch hier bestätigt sich Buddha als Heilspragmatiker, nicht als Universaler, Welterkärer, sondern als Wegweiser zur Erlösung vom Leiden.
Die Lehre des Buddha bezeichnet die umfassenden Systeme, welche Gott und die Welt zu erklären versuchen als „undurchdringliches Dickicht der Meinungen“ (z.B. Brahmajala – Sutta). So kann man sagen, dass ein wesentliches Prinzip bei ihm die Konzentration auf das Überschaubare ist, das achtsame Wahrnehmen des Unmittelbaren: die genaue Analyse des Körpers, des Atmens führt sicher zum Erkennen der eigentlichen Wirklichkeit. „Wahrlich, dass sie (die Brahmanen) zu einer Erfahrung kommen werden, außer durch Sinnenberührung, das ist nicht möglich. Sie alle kommen durch die Berührung der sechs Sinnesgebiete Schritt für Schritt zur Erfahrung.“ Berührung führt immer zur Empfindung (Vedana), diese zu Durst, Ergreifen, Anhaften, Werden… Dies gilt auch für Metaphysik: in A VIII, 9,3, 83 sagt der Buddha: alles was im Geist (Denken) erscheint ist von Empfindungen begleitet. So ist der Schluss nahe: Beobachtung von Vedana ist das Mittel die körperliche wie die geistige Seite unserer Existenz zu untersuchen (unser ganzes Wissen über die Welt ist in gewisser Hinsicht Wissen über uns selbst). „Dem Menschen, der Empfindungen erfährt, zeige ich, wie er erkennen kann, was Leiden ist, was der Ursprung, das Ende und der Weg zum Ende des Leiden ist." (A 31, 161)

Es ist eben wichtiger, dass man den Weg auch tatsächlich auf sich nimmt und die Lehre nicht bloß theoretisch beherrscht.
Der Buddha betont ja im Malunkyaputta Sutta, dass er diese Dinge nicht verkündet hat, "weil es nicht zur Ernüchterung, zum Loslassen, zum Aufhören, zum Frieden zu höherer Geisteskraft, zur Erleuchtung, zum Nirvana führt. Deswegen ist es von mir nicht verkündet worden.
Und was ist von mir verkündet worden? Dies ist Dukkha, dies ist der Ursprung von Dukkha usw. Und warum ist es verkündet worden? Weil es förderlich ist, weil es zu den Grundlagen des heiligen Lebens gehört, weil es zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zum Nirvana führt.
Daher, Malunkyaputta, nimm das, was ich unverkündet gelassen habe, als unverkündet und nimm das, was ich verkündet habe, als verkündet hin."
In diesen Sätzen ist Autorität, die sich auf Erfahrungsgewissheit gründet und vom Hörer Vertrauen in die Erleuchtung Gautamas fordert.
Die Botschaft des Buddha lässt sich so zusammenfassen:
Wirke mit Sorgfalt auf deine Erlösung hin, auf den Weg des Loslassens dessen, was uns Begrenzungen auferlegt (die Erscheinungsweise dieser Grenzen sind Schmerz und Leiden). Das Leiden liegt im Erfahrungsbereich und nicht im Bereich der Spekulation. Der Buddha zeigt uns den Weg zu dessen Beseitigung: den Durst zum Versiegen bringen, der die Grundlage allen entstandenen Daseins ist, aber auch damit eben Gier, Hass, das Behaltenwollen, die Anhaftung. Wir dürfen nicht übersehen, dass auch die erste Lehrrede des Buddha in Isipathana, wo er über die vier edlen Wahrheiten spricht, einen hohen religiösen Wert hat und vom Hauch der Erlösung durchzogen ist. Schon die rechten Auffassung des heiligen achtfachen Pfades lässt ahnen, dass das von jeglichem Durst (Begehren) verursachte Leiden nur durch eine Liebe überwunden werden kann, die kein Objekt des Begehrens mehr kennt.
Wir müssen uns darüber klar werden, dass der Buddha oder der hohe Bothisattva nicht etwas oder jemand liebt, sondern beide sind Liebe (sie haben Mitgefühl und Weisheit nicht, sondern sind essentiell dieses). Sie haben es realisiert, verwirklicht. (s. S…)
Der Weltling hat Mitgefühl, Wissen Wahrheit, der Bothisattva, bzw. der Buddha ist Mitgefühl, Weisheit. Sie haben Sila, Samadhi, Panna so verwirklicht, dass sie vom Wesensmerkmal (Laksana) her transformiert, verwandelt von anderer Wirklichkeit (und Wirksamkeit) sind. Was der Weltling hat, ist der Verwirklichte geworden, er ist den Weg vom Haben zum Sein gegangen.
Auch im Agivacchagotta Sutta M. 72 werden vom Buddha 14 vom ihm nicht beantwortete Fragen gestellt. „So habe ich gehört: einmal hielt sich der Erhabene bei Savatti im Jetta Hain dem Park des Anathapindika auf. Da ging der Wanderasket Vacchagotta zum Erhabenen und fragte ihn: „wie ist es, Meister Gotama, ist Meister Gotama der Ansicht, die Welt ist ewig, nur diese ist wahr, alles andere ist falsch. Vaccha, ich bin nicht der Ansicht", sagt der Buddha, "die Welt ist ewig, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Ist dann Meister Gotama der Ansicht, die Welt ist nicht ewig, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Vaccha, ich bin nicht der Ansicht, die Welt ist nicht ewig, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Wie ist es, Meister Gotama, ist Meister Gotama der Ansicht, die Welt ist endlich, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Vaccha, ich bin nicht der Ansicht, die Welt ist endlich, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Wie ist es, Meister Gotama, ist Meister Gotama der Ansicht, die Seele und der Körper ist das Gleiche, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch.
Vaccha, ich bin nicht der Ansicht, die Seele und der Körper sind das Gleiche, nur dies ist wahr, alles andere ist falsch. Ist dann Meister Gotama der Ansicht, die Seele ist eine Sache und der Körper eine andere, nur dies ist wahr und alles andere ist falsch.“
(Bei den anderen Fragen geht es um die Existenz des Tathagata nach seinem Tode und jedes Mal bekommt Vacchagotta die gleiche Antwort.)
Schließlich sagt Vacchagotta, "wie ist es dann, Meister Gotama, wenn Meister Gotama eine dieser Fragen gestellt wird, erwidert er jedes Mal, ich bin nicht jener Ansicht. Welche Gefahr sieht Meister Gotama, dass er keine dieser spekulativen Ansichten annimmt? "Der Buddha antwortet: "Vaccha, die spekulative Ansicht, dass die Welt ewig sei, ist ein Dickicht von Ansichten, eine Wildnis von Ansichten, eine Verzerrung von Ansichten, ein Wankelmut von Ansichten, eine Fessel von Ansichten.
Sie ist von Dukkha umzingelt, von Verdruss, von Verzweiflung und Fieber und sie führt nicht zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zum Frieden, zu höherer Geisteskraft, zur Erleuchtung, zum Nirvana."
Die einzelnen Fragen werden mit der gewohnten Akribie und Wiederholung im Sutra durchgearbeitet. Schlussendlich sagt Vaccha: "hat dann Meister Gotama überhaupt eine spekulative Ansicht? Vaccha, spekulative Ansicht ist etwas, was vom Tathagata beseitigt worden ist. Denn der Tathagata hat dies gesehen: „So ist Form, so ist Ursprung, so ihr Verschwinden. So ist Gefühl, so sein Ursprung, so sein Verschwinden. So ist Wahrnehmung, sein Ursprung, sein Verschwinden. So sind Gestaltungen (Formkräfte), so ihr Ursprung, so ihr Verschwinden. So ist Bewusstsein, so sein Ursprung, so sein Verschwinden. Daher sage ich, mit dem Vernichten, dem Lossagen, dem Aufhören, dem Aufgeben und Loslassen aller Vorstellungen, aller Gedankengebäude, allen Ich – Machens, allen Mein – Machens und der zu Grunde liegenden Neigung zum Ich – Dünkel, ist der Tathagata durch Nicht – Anhaften befreit.“
Bezüglich der Nichtbeantwortung der Fragen sagt dann Vacchagotta: „das bestürzt mich, Meister Gotama, das verwirrt mich und das Ausmaß an Zuversicht, dass ich durch frühere Unterhaltungen mit Meister Gotama erlangt habe, ist jetzt verschwunden". Gotama sagt: „berechtigter Weise verursacht es Bestürzung in dir, Vaccha. Berechtigter Weise verursacht es Verwirrung in dir. Denn dieses Dhamma, Vaccha, ist tiefgründig, schwer zu sehen und schwer zu verstehen, friedvoll und erhaben, durch bloßes Nachdenken nicht zu erlangen, von den Weisen selbst zu erfahren."
Ich sehe dies als einen Hinweis auf die Drei – Einheit von Sila (Ethik, Moral, gutes Benehmen), Samadhi, (Meditation, Vertiefung) und Panna (Wissensklarheit, Klarblick, die Dinge erfassen, wie sie wirklich sind).

"Es ist schwer für dich, es zu verstehen, wenn du eine andere Ansicht hast, eine andere Lehre akzeptierst, eine andere Lehre für richtig hältst, eine andere Übung verfolgst und einem anderen Lehrer folgst.
Also werde ich dir Gegenfragen über diese stellen, Vaccha, antworte nach belieben. Was meinst du, Vaccha, angenommen, ein Feuer würde vor dir brennen, würdest du wissen, dieses Feuer brennt vor mir? Das würde ich, Meister Gotama. Wenn dich jemand fragen wollte, Vaccha, in Abhängigkeit wovon brennt diese Feuer, das da vor dir brennt, was würdest du antworten? Ich würde antworten, dieses Feuer, das da vor mir brennt, brennt in Abhängigkeit von Gras und Zweigen. Wenn dieses Feuer erlöschen würde, würdest du dies wissen, dieses Feuer ist erloschen? Wenn dieses Feuer vor mir erlöschen sollte, Meister Gotama, würde ich wissen, dieses Feuer ist erloschen. Wenn dich jemand fragen sollte, Vaccha, als jenes Feuer vor dir erlosch, in welche Richtung ging es da? Nach Osten, Westen, Norden oder Süden? So gefragt, was würdest du antworten? Das ist nicht zutreffend, Meister Gotama, das Feuer brannte in Abhängigkeit von seinem Brennstoff, von Gras und Zweigen. Wenn dieser verbraucht ist, falls es keinen weiteren Brennstoff erhält, wenn es ohne Brennstoff ist, gilt es als erloschen."
Der Buddha sagt, "ebenso, Vaccha, ist jene Form, wie jemand den Tathagata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte, vom Tathagata überwunden worden, an der Wurzel abgeschnitten, sodass sie künftig dem Entstehen nicht mehr unterworfen ist."
Der Tathagata ist von der Begrifflichkeit der Form befreit. (Er identifiziert sich in keiner Weise mit den fünf Khandhas, und kann auch nicht mit ihnen identifiziert werden, er ist unauffindbar).
„Vaccha, er ist tiefgründig, unermesslich, schwer zu ergründen wie der Ozean.“ Sowohl Malunkyaputta, wie Vacchagotta suchen Sicherheit in einem Bereich, den der Buddha nicht versprochen und auch nie gegeben hat. Was gefordert ist, ist Vertrauen auf die Erfahrung des Buddha und Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten dieser Erfahrung folgen zu können.
Worauf es ankommt ist rechte Ansicht, rechtes Tun usw., die ganze Reihe von Handlungsanweisungen und Entwicklung innerer Haltungen, die das Befolgen des Achtfachen Pfades ausmachen. Das Ziel existiert, es gibt aber keine eindeutige Beschreibung. Erleuchtung und Nirvana sind keine festen Burgen, die man im Reiseführer konkret vorgestellt bekommt. Der Schüler Buddhas lässt sich auf das Wagnis ein, den Schritt in die Leere (von allem Fassbaren, Vorstellbaren) zu gehen.
Allerdings wird über den Wolken des Hassens, der Gier und der Verblendung die Freiheit so unsagbar groß, dass es für unser ängstlich eingebunkertes Ego bedrohlich wird. (Die Angst vor dieser unbedingten Freiheit hat bedeutende Gedanken und Ritualsysteme hervorgebracht!).
Als Vacchagotta auch auf Fragen wie: wo erscheint der Geist des Bhikkhu nach dem Tode wieder und andere spekulativen Fragen keine Antwort erhält, sagte er: "das bestürzt mich, das verwirrt mich" und der Erhabene antwortet, wie oben schon erwähnt, dass dieser Dhama nicht durch bloßes Nachdenken zu erlangen ist, sondern von Weisen selbst zu erfahren.
Der Buddha versucht den beiden klar zu machen, dass der Vollendete nicht wie ein Weltling Wissen über etwas hat, sondern er hat die Dinge gesehen, mit dem Auge der Weisheit, welches dessen gewahr wird, wie die Dinge wirklich sind. Diese Fähigkeit, zur intuitiven Schau, Weisheit (Prajna) wird allerdings erst auf höheren Bodhisattva Stufen realisiert. Wissen ist begrifflich vermittelt, verknüpft lexikalisch Gespeichertes zu Erklärungen etc. Pranja ist nicht begrifflich intellektuell, sondern ist intuitive Schau.
Mit dem Gleichnis über das Feuer will Buddha dem Vacchagotta klar machen, dass es nicht möglich ist etwas zur Beschreibung des Tathagata heranzuziehen, weil er den Durst zum Versiegen gebracht hat. Kein Verlangen, keine Ablehnung, kein Wünschen mehr. Der Brennstoff für Samsara ist aufgebraucht, verschwunden und damit auch jede Manifestation: Parinibbana (Pari = rundum, Nibbana = verlöschen) ist erreicht, das sich jeglicher Beschreibung entzieht.
Der Tathagata (Tathagata bedeutet, der so Gekommene, „der hier Anwesende.“ Gautama verwendet dies Wort oft um „Ich“ zu vermeiden. In seinem Munde ist es ein Ausdruck für Bescheidenheit, spricht es ein Jünger aus, ist es ein Ausdruck der Verehrung, dann kann es auch als ‚der Vollendete’ übersetzt werden).

D. h. der Tathagata ist so „von jeglicher Begrifflichkeit, von jeder Form befreit, er ist tiefgründig, unermesslich, schwer zu ergründen wie der Ozean.“ Was der Buddha von den spekulativen Lehren seiner Zeit gehalten hat, kommt auch in einem anderen Sutta sehr deutlich zum Ausdruck. In M. 99 Subha Sutta: „Der brahmanische Student Subha fragt den Erhabenen nach seiner Meinung über die fünf Dinge, die die Brahmanen als heilsames Tun vorschreiben. Subha legt ihm die fünf Dinge vor, die die Brahmanen für das Ausüben verdienstvoller Taten, für die Verwirklichung des Heilsamen vorschreiben. (Wahrhaftigkeit, sexuelle Enthaltsamkeit, Askese, Studium, Großzügigkeit).
Der Buddha fragt ihn: gibt es unter den Brahmanen wohl einen einzigen, der sagt: ich verkünde das Ergebnis dieser fünf Dinge, nachdem ich es selbst mit höherer Geisteskraft verwirklicht habe. (Der Buddha fragt hier, ob einer der von Subha genannten Vorgänger seine Lehre auf dem Weg der Verwirklichung der eigenen tiefen Erfahrung und Erkenntnis durch Weisheit erreicht hat). (Verwirklichung meint einen, nicht als eigenen, sondern als außen erfahrenen Umstand, wie personale Eigenschaften, Ideen, Prinzipien etc., so konzentriert und nachhaltig in sich verarbeitet zu haben, dass die Erfahrung von Identität eintritt und das vorherige „Außen“ zum Wesensmerkmal des Verwirklichers wird. Das ist ein Vorgang, der Körper, Sprache und Denkens, also die Ganzheit des Menschen fordert. Spekulation hingegen ist eine Tätigkeit des Intellekts und meist Spiel mit bruchstückhaftem Wissen.)
Subha sagt „nein, Meister Gotama!“ Der Buddha fragt weiter: gibt es unter den Brahmanen auch einen einzigen Lehrer eines Lehrers, bis zurück zur 7. Generation von Lehrern, der sagt: ich verkünde das Ergebnis der fünf Dinge, nachdem ich es selbst mit höherer Geisteskraft verwirklicht habe? Wieder muss Subha sagen: „nein Meister Gotama!“ Der Buddha fragt, ob die alten brahmanischen Lehrer, die alten brahmanischen Seher, die Erschaffer und Komponisten der Hymnen, die früher vorgetragen wurden und die die Brahmanen auch heute noch nachsprechen, gesagt haben: ich verkünde das Ergebnis der fünf Dinge, nachdem ich es selbst mit höherer Geisteskraft verwirklicht habe? Auch hier sagt Subha wieder: „nein Meister Gotama!“ Darauf meint der Buddha: die Brahmanen gleichen einer Kette von Blinden. Der Erste sieht nichts, der Mittlere sieht nichts, der Letzte sieht nichts. So sind die Brahmanen eine Reihe von blinden Männern.
Später fragt dann der Buddha, welches von diesen von Subha genannten Dingen von den Brahmanen für das Ausüben verdienstvoller Taten, für die Verwirklichung des Heilsamen, als das, am meisten Fruchtbringende gehalten wurde. Subha sagt, dass dies die Großzügigkeit wäre. Im weiteren Gespräch meint Subha dann, dass die Brahmanen Geschenke aus Mitgefühl als Beweggrund geben. Der Buddha stellt fest, dass dies dann eben die sechste Grundlage für das Ausüben verdienstvoller Taten wäre. Zu dem sagt er, dass jene 5 Dinge Hilfsmittel des Geistes wären für die Entfaltung eines Geistes der ohne Übelwollen ist.
Es kommt eben auf die innere Haltung an (nicht die äußeren Opfer); was zählt ist der Mensch und seine Gesinnung. Was zählt ist die eigene Erfahrung und nicht Spekulationen über Mensch, Welt und Gott, die letztlich nur Fluchtversuche vor sich selbst sind.
Der Buddha wertet die 5 Dinge der Brahmanen nicht ab, er ergänzt sie durch ein sechstes Wesentliches: „Mitgefühl“
Spekulative Wege sind Wege von Blinden. Buddha zieht das existentielle Verfahren, dem es darum geht, wie das letzte Ziel zu erreichen ist, dem essentiellen Verfahren vor, dem es darum geht, genau zu beschreiben, was dieses Ziel ist.
Er sagt, dass das Bedürfnis nach einem (vor)Wissen, was genau das Ziel ist, für das spirituelle Leben eigentlich irrelevant ist. Das höchste Ziel kann nicht erkannt werden, bevor es erreicht ist. Bei den Dingen, die Subha anführt, geht es letztlich um Beziehungen, denn weder Wahrhaftigkeit noch Enthaltsamkeit usw. sind Dinge im Sinne von Substanzen, sie sind genau gesehen Begriffe, die Beziehungen meinen.
Damit ist implizit gesagt: wir können uns nicht auf eine objektive, unabhängig von uns existierende Transzendenz abstützen, aber auch auf keine, ebenso von uns unabhängige Immanenz. Und eben auch auf kein substantielles, unabhängiges ewiges Ego.
Was existiert, ist das Aufeinanderbezogensein in seiner Totalität. Der Buddha hat damit die totale Solidarität aller Wesen untereinander verkündet. Nicht auf spekulativem Weg, sondern bei tiefer Innenschau entdecken wir, dass das Ego in sich nicht genügend Bestand hat, dass es schlussendlich auf einem wahren „Selbst“ beruht, dass die Individualität und auch die menschliche Persönlichkeit transzendiert um zu einer gemeinsamen Wurzel zu gelangen, die wir in uns entdecken: „den grundlose Grund“ des Ungeschaffenen, das „wahre Selbst“. (Soheit, Nirvana, Shunyata…)
Dogen Zenji sagt: „den Buddha Weg erfahren bedeutet sich selbst erfahren. Sich selbst erfahren bedeutet, sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen bedeutet sich selbst wahrnehmen in allen Dingen.“ Das ist es eben: du selbst (nicht selbst) in allen Dingen. Das wahre Selbst ist nichts, weil es alles ist. Die „Dinge“ sind also nichts als wechselseitige wesenhafte Beziehungen.

Wirklichkeit ist ein Geflecht von Beziehungen, kennt nicht Anfang nicht Ende. Es ist eine Bewegung von Beginn an, eine Bewegung die nie aufhört, die sich spiralförmig wiederholt, aber immer wieder neu ist. „Das Grundprinzip besteht darin, immer von neuem beginnen zu können (strebet ohne Unterlass, sagt der Buddha am Ende des Parinibbana Sutta), in einem unaufhörlichen Aufbruch, ohne am Ego festzuhalten, ohne Bindungen nach rückwärts. Man lebt nur, indem man vorwärts geht und weitermacht. Erleuchtung, Nirvana, kann nicht gefunden werden, kein intellektueller, kein Willensakt kann dieses Geschehen „machen“, es kann sich analog einem Gnadenakt ereignen, wenn man sich strebend auf den Weg gemacht hat.
Der Buddha überzeugt uns, dass wir keinen absoluten Rückhalt, kein höchstes Subjekt haben können, das allen Dingen ihren Wert verleiht. Buddha, Dhamma, Sangha sind unser vorläufiger Rückhalt in dem wir eine pilgernde Gemeinschaft bilden, die bestimmte Handlungsfolgen und bestimmte Verhaltensweisen gemeinsam hat. Das wahrhaft wertvolle ist die konsequent durchgeführte Orthopraxis.
Wir können am anderen Ufer ankommen, ohne uns einer manipulierbaren, spekulativen Transzendenz zu verschreiben, die nur das Produkt unserer unerfüllbaren Sehnsüchte ist. Es genügt dem Dhamma zu folgen. Man braucht sich nur auf die drei Juwelen zu verlassen. Der mittlere Pfad des Buddha Shakyamuni will vom äußeren Gott, wie auch von der Vergötzung des Menschen und der Dinge befreien; schlussendlich auch von einer idealisierten Menschheit und einer programmierten Gesellschaft, die unentwegt neues Elend produziert. Wir sollten verstehen, dass das zentrale Anliegen Gautamas Befreiung ist, Befreiung von jeglichem Anhaften. Auch Zuflucht zu den drei Juwelen sollte als Raststätte nicht als dauerhafte wohlversicherte Wohnung verstanden werden……
Der Glaube an Gott, einen beschützenden gütigen Vater, oder an das (antiquierte?) Prinzip von „Salus ex Judeis“ haben wohl heute nicht mehr die Gültigkeit, wie zu Vorzeiten. Es ist unübersehbar, dass die Religion des Buches (die abrahamitischen Religionen) bezüglich der Befriedung und Befreiung der Welt vom Leiden versagt hat.
Die Antwort des Buddha auf die Weltprobleme ist echte Weisheit (gegründet auf das Klarwissen darüber, wie die Dinge wirklich sind), wobei diese Weisheit unlösbar verbunden ist mit dem Mitgefühl für alle atmenden Wesen und damit eine klare, reine Liebesreligion. Die zentrale Achse dieser Lehre könnte man als die Kunst des Lebens bezeichnen, ein praktischer Rat für den rechten Gebrauch von Denken (Wissen), Lebensführung (Ethik, Sittlichkeit) und Erreichen von Weisheit (die Dinge sehen wie sie sind) durch Meditation.
Der Weg zur Befreiung ist ein Weg der Mitte in allen Bereichen. Wissen ist unabdingbar notwendig, aber auch hier nicht Maximierung sondern Optimierung.
Die Sutren – Beispiele haben es vielleicht deutlich gemacht: vom heilstauglichen Wissen soviel, als es einer fortschreitenden Entwicklung durch die Praxis förderlich ist. Sich nicht auf Diskussionen mit allem Wissen seiner Zeit verstricken (am besten ist diese Frage im Brahmajala Sutra abgehandelt).
Gautama hat sich selber nie als Erlöser gesehen, schon gar nicht als Gott, immer nur als Wegweiser, der heilstaugliche Erkenntnisse über Mensch und Welt vermittelt, die jeder durch eigene Erfahrung in sich verwirklichen kann, ohne blinden Glauben an eine höhere Gnadenmacht und in eigener Verantwortung.
Der Titel des vorliegenden Essays lautet Avyakrita - Vastuni: der Sanskritausdruck für Dinge, die unaussprechlich unsagbar sind, wobei Avyakrita bedeutet, das Schweigen über eine nicht begrifflich fassbare Wirklichkeit. (Verwandt diesem Begriff ist der Begriff Avyakta, der das Unmanifestierte meint, das Latente, Verborgene, das nicht Objekt geworden ist, eine Kraft, die auch dann vorhanden ist, wenn sich keine Erscheinungsform manifestiert hat.)
Dazu gehört auch das Gottesproblem. Damit sind nicht die Götter gemeint, die auch für Gautama (vergängliche) Realität waren. Diese Götter entsprechen in keiner Weise dem Gottesverständnis der abrahamitischen (biblischen) Überlieferung. Hier spielt die Schrift, das Buch, eine entscheidende Rolle. Die höchsten Lehrer: Buddha, Sokrates, Jesus, verzichteten auf die Schrift, damit auf den Anspruch, feste Prinzipien, die unwandelbar, für alle Zeit gültig wären, aufzustellen.
(Ich möchte hier nur kurz auf die Bedeutung der Personalen und des Unterschiedes zwischen personaler (mündlicher) und schriftlicher Tradition hinweisen. Die Bedeutung der leiblichen Anwesenheit eines tradierenden Lehrers kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nonverbale Kommunikation, Stimmung, Atmosphäre, Übertragung, körperlicher Kontakt oder „geflüsterte Weisheit“, die große Nähe verlangt usf. Die Übertragung von Person zu Person hat zahlreiche Traditions-, bzw. Übertragungslinien hervorgerufen, die bis auf den heutigen Tag eine Kette der Mitteilung von Herz zu Herz, von Geist zu Geist bilden. Hier geht es auch weniger um Vermittlung von spekulativem Wissen, als um Vorschläge, wie die Praxis zu optimieren ist. Die schriftliche Tradition verführt zu Kommentaren, zu willkürlichen spekulativen Veränderungen, Hinzufügungen und Weglassungen. Ihr fehlt der Kontext der Reihe lebendiger Körper im direkten Kontakt.)
(Über die Bedeutung des Lehrers in den mystischen Traditionen, nicht nur im buddhistischen Raum, soll ein andermal berichtet werden.)
Die abrahamitische Überlieferung postuliert Gott als objektive Transzendenz, innerhalb derer ein transzendenter Gott gewissermaßen substantiell statthat. Nur in diesem abrahamitischen Bereich hat die Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen einen bestimmten Sinn, es ist ein machtvoller Faktor, der die Welt erpresst und zwingt, zwischen Gott und Nicht–Gott bzw. zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen zu unterscheiden. (mit allen wohl bekannten Versprechungen und Bedrohungen bis hin zu Terror und Antiterror).
Zur Überwindung dieses Dilemmas rät uns der Gautama: „lasst doch alle die falschen Alternativen fallen.“ In den Sutra Beispielen (aber auch im Brahmajala, Pottapadha und anderen) wird die Sinnlosigkeit des Anspruchs auf eine absolute Sprache aufgezeigt, ob sie sich nun auf Gott, die Vernunft oder die Wissenschaft berufen möchte. Die Weisheit des Buddha zeigt auch hier einen mittleren Weg zwischen Agnostizismus und Absolutismus. Letzterer neigt, wie wir wissen, dazu, mit Gewalt Ordnung zu schaffen, er versucht gerechte Kriege zu führen und immer ist es ein personaler Gott, der die eigenen Heere segnet, nicht die der anderen.

Buddhas Schweigen auf Fragen nach diesem Gott liegt nicht in der Unzulänglichkeit der Erkenntnis, sondern in dem ebenfalls unausgesprochenen Hinweis, dass es eine so geartete substantiell gesehene Wirklichkeit gar nicht gibt. Buddha erklärt jedes Wort für müßig, das auf das letzte Geheimnis der Wirklichkeit Bezug nehmen will. Die höchste letzte Wirklichkeit als etwas (Hypostasierbares), als Seiendes unter seienden Dingen zu begreifen, ist im seinen Augen ein Irrtum.
Die höchste Wirklichkeit ist unaussprechlich. Alles Seiende ist denkbar und begrifflich mitteilbar. Es ist dies die bedingte Ordnung der Manifestation des Seins und es ist nicht das Absolute.
Der Gautama Buddha ist „angekommen“, über das Ziel kann er nichts sagen, es würde zu etwas Denkbaren, Fühlbaren, Wünschbaren und so zu einem Objekt, das zur Anhaftung verführt. Die höchste Wirklichkeit als „ein Etwas“ zu behandeln, das auf unsere Erkenntnis, Erfahrungsmöglichkeiten usw. angewiesen wäre, ist ein Irrtum. Es ist kein weiteres Seiendes, (wie wir Seiende sind).
Romano Goardini (ein bedeutender christlicher Religionsphilosoph) nimmt in seinem Buch über Jesus immer wieder Bezug auf Buddha und greift dieses Thema unter anderem so auf: „Lassen wir es auf sich beruhen, wo er (Buddha) zu Gott führt und wo von ihm fort… Wir werden sein Wesen am besten mit dem Namen ausdrücken, den er sich selbst gegeben hat: „Der Erwachte.“ Er ist überzeugt, das Gesetz des Truges erkannt zu haben, das überall waltet, das aber nur der ganz Seltene erkennen konnte. Dieses Gesetz liegt nun allen offen. (Im, von ihm selbst ausgewählten Augenblick seines Todes) „lässt er alle Bindungen los, die ihn an das Dasein knüpfen: „nichts mehr ist“. Seine Jünger haben das Bewusstsein, dass sich ein ungeheures Mysterium vollendet hat. Buddha ist jener unfassliche Geist, der alles Weltliche ablegte und eine religiöse Existenz verwirklichte, die von noch höherer Weltgröße war, als die des Sokrates und Plato im Philosophischen. Dieser Mann bildet ein großes Geheimnis. Er steht in einer erschreckenden fast übermenschlichen Freiheit, zugleich aber hat er eine Güte, mächtig wie eine Weltkraft. Seine Freiheit…., vielleicht bedeutet sie eine letzte furchtbar ablösende Erkenntnis der Nichtigkeit der Welt.
Schon kurz nach seiner Erleuchtung im Gespräch mit dem Gott Brahma macht Buddha deutlich, dass er, wenn er lehren wird, nur über den Weg, aber nie über das Ziel, über die höchste und erhabene Wirklichkeit des Nirvana sprechen wird. Die Beschäftigung mit „letzten Fragen“ führt zu keinem besseren Leben, sie sind überflüssig. Buddha meint, die Sorgen um diese Fragen führen immer zu neuer Unzufriedenheit, Unbehagen und zur Verewigung von Elend.
Die Frage nach Gott, nach überirdischer Welt ist in der Meinung Buddhas überflüssig und trotzdem braucht niemand auf Befreiung bzw. Erleuchtung zu verzichten. (die theistische Tradition meint, ohne Gott und transzendenten Rückhalt würde die Menschheit in Chaos und gegenseitige Ausbeutung usw. Verfallen.) Aber selbst der Atheismus zeigt uns, dass es möglich ist, ein ethisches Leben auch ohne die „Hypothese Gottes“ durchzuführen.
Zwei Dinge möchte der Buddha uns mit seinem Schweigen aufweisen: Jede Frage nach etwas Bestimmbaren kommt aus der bedingten Welt und so kann auch keine Antwort darüber hinausführen. Der Buddha möchte uns des Weiteren klar machen, dass letzte Fragen unbegründet und irrelevant sind, aber, dass ich auf meine Frage nach Gott keine Antwort erhalte, ist nicht als Versuch des Beweises zu verstehen, dass Gott nicht existiert. Der Buddha umgibt sich mit einer Wolke des Schweigens. So verstummt letztlich jede Angst und jede Verwirrung, weil sein Schweigen die Nichtigkeit der Fragen offenbart und sie somit beseitigt.
Buddhas Schweigen verhüllt nicht nur die Antwort, er schweigt nicht nur, er bringt zum Schweigen. Das Schweigen Buddhas ist oft als pragmatisch, erzieherisches Schweigen bezeichnet worden. Es liegt ihm eben nicht daran, möglichst viele und wahre Erkenntnisse zu vermitteln, es geht ihm um die Vermittlung des Rettungsweges, um die Befreiung aus unserer Leidenssituation.
Das ist ein tieferes Schweigen, ein Schweigen vor dem unergründlichen, unaussprechlichen Geheimnis, dies versucht dieser Essay aufzuzeigen.
Meines Erachtens geht es hier auch um die Erhaltung des Geheimnisstandes des Menschen. Den Menschen restlos in technologisch manipulierbare Abläufe zu zerlegen und ihn damit einer haltlosen Manipulierbarkeit auszuliefern, ist mehr als problematisch.
Wir vergessen gerne, dass wir oft wie kleine Kinder sind, die eine Uhr zerlegen. Wenn wir sie zerlegt haben, dann sind wir kaum in der Lage, sie wieder richtig zusammen zu setzen. Dass der Mensch Teil eines kosmischen Lebensprozesses ist, ist tatsächlich unergründlich und wenn wir meinen, sein letztes Geheimnis erfahren zu haben, kommt immer wieder ein Neues zur Welt.
Ein Leben ohne Geheimnis, ein Leben ohne Mysterium verflacht und ist der Gefahr ausgesetzt, von der Walze eines platten Materialismus erdrückt und vernichtet zu werden. (Aber das ist auch die Frage zahlreicher Ethik-Kommissionen, darf man wirklich alles machen, was machbar ist? Welt ohne Geheimnis?)
Buddhas Schweigen verhüllt nicht nur die Antwort, er schweigt nicht nur, er bringt auch zum Schweigen. In vielen Sutren wird von der Liebe des Buddhas vom Schweigen berichtet, wie er auf sein eigenes Schweigen achtet, seine Anhänger ermahnt, das Schweigen zu bewahren. Es ist die Rede von der Stille buddhistische Zusammenkünfte. Edles Schweigen ist Bestandteil buddhistischen Geistes. Buddha verbietet jedes müßige Wort, er erklärt jedes Wort für müßig, das auf das letzte Geheimnis der Wirklichkeit Bezug nehmen will.
Das Schweigen Buddhas deutet auf seine Überzeugung hin, dass bestimmte Wahrheiten des spirituellen Lebens unaussprechlich sind und daher ein Geheimnis bleiben. Aber auch im christlichen Bereich finden wir äquivalente Worte. Der Heilige Bernhard z. B. sagt: „beständiges Schweigen, fortwährende Stille, fern von allem Getriebe und Lärm, zwingt einen dazu, über die Dinge des Himmels zu meditieren.“ Und Sokrates meint: „wie können wir etwas Wissen, was über uns ist? Was über uns ist zu wissen, steht uns nicht zu!“

Der Buddha erkennt den Menschen und versucht ihm klar zu machen, dass er keinen kleinen Gott spielen sollte, eine Rolle, die er nicht auszufüllen vermag. Er verlangt von uns einfach, dass wir die Vergänglichkeit schlechthin, die Vergänglichkeit von allem, auch von uns selbst begreifen und nicht auf eine Antwort bauen, die uns ewige Substanz (Dauer) verspricht. Er fordert von uns das Vertrauen, den totalen bedingungslosen Sprung in die Leere zu machen. Es ist eben schwierig, den Mut zu haben, in das Schweigen einzutreten, das gewohnte Leben weitgehend zu lassen, ein Schweigen, wo ich von jeglichem Objekt Abschied nehme und mich sogar des Subjekts entledige.
In der buddhistischen Tradition geht es um das Schweigen des Körpers, der Stimme (der Rede) und des Denkens. Das Schweigen des Letzteren ist das Wichtigste und am schwersten zu Erreichende. Der Buddha mahnt uns immer wieder: „pflegt die Sammlung. Wenn ihr das inwendige kontemplative Schweigen nicht übt, wird die Botschaft nicht verstanden.“
Die von Gautama erkannte Problematik beruht nicht auf einer rationaler Erklärung westlich wissenschaftlicher Prägung, sondern auf einer tiefen Intuition über das menschliche Dasein schlechthin. Dies ist eine anthropologische, ausschließlich eine Aufgabe des Menschen.
In dieser Aufgabe ist Gott weder das Objekt des Denkens, noch des Wollens, auch nicht der Belehrung und der Verkündigung. Es geht dem Buddha schlicht und einfach um die praktische Ebene unseres Daseins, die durch den Dhamma so „sakralisiert“ wird, dass jeder Atemzug und alltägliches Geschehen Teil des kontemplativen Lebens ist, dass sich nicht nur der Worte enthält, sondern das auch das Denken stillt. Das Schweigen und das Mysterium unserer Existenz gehören unlösbar zusammen.
Ausblick:
Vorliegender Essay versucht an Hand von Sutren–Beispielen uns Assoziationen zum Thema aufzuzeigen, welche Bedeutung das Schweigen des Buddha in Bezug auf metaphysische Spekulationen hat. Buddha Shakyamuni betont, dass es nicht allen Wissens der Zeit und auch nicht der Antwort auf alle spekulative Systeme bedarf, um das Ziel seiner Lehre, die Befreiung von Leiden und die Erleuchtung zu erreichen. Er bleibt stets Heilspragmatiker und teilt uns von seinem unermesslichen Wissen nur das mit, was heilstauglich ist. Dabei bleibt er immer auf dem Boden des Unmittelbaren, Überschaubaren und der direkten Erfahrung. Der eigene Körper mit seinen Sinnen, Empfindungen, Gefühlen usf. ist der unverzichtbare Ausgangspunkt aller, auch der höchsten, abstrakten Erkenntnis. Alles nicht von hier Ableitbare ist „ein undurchdringliches Dickicht von Meinungen“, das uns nur tiefer ins Leiden verstrickt. Seine Erkenntnis des Bedingten Entstehens und der damit korrelierten Leerheitserfahrung befreit uns von der Last des hypostasierten unverrückbar ewigen Seins. So können wir uns als Teil eines nach vorne offenen Prozesses erfahren, der zeitlos und in seiner „absoluten Relativität“ unvergänglich ist. Buddha versichert uns, dass wir alle fähig sind „anzukommen“, versagt uns aber, einen Ort zu benennen, wo wir ankommen, weil alles Begriffliche nur ein verzerrtes, zum Irrtum, zum neuerlichen Anhaften, verleitendes Bild ergäbe. Sein Schweigen ist hier Zeichen einer fast unfassbaren Freiheit, die sonst kein Ihresgleichen in der Welt hat.
Auch auf die Frage nach Gott schweigt der Buddha, weil er aus seiner tiefen Religiosität heraus weiß, dass jede begrifflich gefasste Antwort das Mysterium des Absoluten zerstören würde. Dieses Schweigen ist ein ontisches Schweigen, weil in ihm jenes zur Wirklichkeit wird, das wie ein Echo des Rufens der großen Heimat ist, die wir alle sind. Der Geheimnisstand bleibt gewahrt, ohne dass wir auf Befreiung, Erlösung vom Leiden verzichten müssten.
Zum Abschluss ein paar Übungen zum Thema:
Möge es uns gelingen, im Gelärm unserer Zeit Inseln der Stille zu atmen.
Mögen alle Wesen glücklich sein.

Upul