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Padmasambhava
Geburt auf einer Lotosblume im Dhanakoshasee in Udyana (auch Oddyana; tib.: Urgyen), Kaschmir, Indien/Pakistan.
adoptiert von (Dharma-)König Indrabhuti, Flucht aus dem Palast (vgl.: Shakyamunis Leben)
ruheloses Wanderleben, Begegnung mit und Verwirklichung der unterschiedlichsten buddhistischen Lehren und Traditionen: „Mahasiddha“
Wundertaten auf Grund seiner Zauberkräfte, Zeichen seiner Verwirklichung;
Dämonenbezwinger diesseits und jenseits des Himalaya
Erste Verbreitung der Tantralehren in Tibet, Begründer des tibetischen Buddhismus
Zwei Gefährtinnen: Mandarava (Indien), Yeshe Tsogyal (Tibet)
25 Schüler/innen
Leben und Wirken
P. manifestierte sich selbst auf wundersame Weise auf einem Lotus im See Dhanakosha. Damit erfüllt er eine Voraussage des Buddha Shakyamuni (vgl.: Nirvanasutra). In ihm manifestierten sich der Überlieferung nach, die Siddhis[1] aller Buddhas aller Zeiten.
Als Ziehsohn des Königs Indrabhuti wurde er zum Thronerben erzogen, wandte sich aber dem spirituellen Weg zu und studierte an den unterschiedlichen Dharmauniversitäten Indiens, wurde als Mönch ordiniert und erlangte die Verwirklichung der äußeren, inneren und geheimen Tantras.
Auf Einladung von König Trisong Detsen (742-798), empfohlen und vermittelt durch den indischen Gelehrten Santiraksita, kam P. nach Tibet, um dort „böse Dämonen“ zu bannen. Im Tsangpo-Tal wurde mit seiner Hilfe das Kloster Samye (ältestes buddhistisches Kloster Tibets) errichtet.
P. vereinigte die buddhistische Tradition Indiens[2] mit tantrischen[3] und schamanischen Riten der Bön-Tradition[4]. Viele „Schutzgottheiten“ des tibetischen Buddhismus sind unterworfene Dämonen und Gottheiten der vorhergehenden (Bön) Natur-Religionen. Wegen Budhisten-Verfolgungen wurden viele Texte und Ritual-Gegenstände für spätere Zeit verborgen. Heute als „verborgene Schätze“[5] bezeichnet.
In seiner Nachfolge entstand die Nyingmapa (tib.: die Alten) Tradition und daraus die Kagyudpa (tib.: die Rotmützen, gegründet von => Marpa dem Übersetzer) Schule, die P. als „zweiten Buddha“ verehren.
P. erscheint in acht Formen[6]. Die bekannteste stellt ihn mit „einem Gesicht von rosiger Farbe und friedvollem Ausdruck dar, das manchmal auch zornvoll erschienen kann“, er sitzt auf einem Lotusthron mit Sonne und Mondscheibe darauf, trägt kostbare Gewänder und den Lotushut[7]. Die linke Hand hält er in Meditationsgeste[8], darin eine Schädelschale[9]. Ein Khatvanga[1]-Stab lehnt an seiner Schulter. Die rechte Hand hält einen Dorje [2] in (Dämonen) Abwehrhaltung[3] auf Höhe des Herzens.
Werke
Die Kette der Anschauungen (Zusammenfassung aller buddhistischen Fahrzeuge; erstes in tibetischer Sprache verfasstes Werk über die neun Yanas = Wege)
Die edle, die tantrischen Wegstufen erhellende Leuchte (tib.: Lamrim = Stufenweg zur Erleuchtung; Schatztext)
Die Unterweisung der Wegstufen ‚Die Essenz der Urerkenntnis’ (Schatztext)
Quellen
Gruschke, Andreas; Mythen und Legenden der Tibeter; Von Kriegern, Mönchen, Dämonen und dem Ursprung der Welt; München; Diederichs (gelbe Reihe, 124); 1996
Hein Schmidt, Eric (Hrsg.); Dakini Teachings, Padmasambhava’s oral Instructions to Lady Tsogyal, revealed by Nyang Ral Nyima Öser and Sangye Lingpa; New Delhi; Rupa & Co, 2003
Jontes Univ.-Prof. Dr. Günther (Hrsg.); Götter des Himalaya, Ausstellungskatalog; Leoben; Obersteirische Druckerei und Verlagsgesellschaft m.b.H.; 1999
Loseries, Dr. Ulrich: Guru Padmasambhava und die „Alte Tantraschule“ Tibets; Düsseldorf, 1993: Skriptum für ein Seminar bei der Urania Graz, 5./6. 3. 1994.
Schumann, Hans Wolfgang; Buddhismus; Stifter, Schulen und Systeme; München; Diederichs (gelbe Reihe, 99); 20017
Sogyal Rinpoche; Dzogchen und Padmasambhava; Berlin-Kreuzberg; Ratnakosha Publikationen und Veranstaltungen GmbH; 19953
Yeshe Tsogyal: Der Lotosgeborene im Land des Schnees - Wie Padmasambhava den Buddhismus nach Tibet brachte. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-12975-3
Weblinks
http://de.wikipedia.org/wiki/Padmasambhava
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Lexikalisches in Kürze Padmasambhava, Guru Rinpoche,
tib.: Pema Djungne; skt.: Padmakara dt.: der Lotusgeborene; auch
tib.:Guru Rinpoche: kostbarer, juwelengleicher Lehrer. Lebte im 8. Jh. unserer Zeitrechnung, genaue Lebensdaten unbekannt. Geboren in Udyana (auch Oddyana; tib.: Urgyen) Kaschmir, Indien/Pakistan. Großer tantrischer Meister und erster Lehrer des Tantra in Tibet. Begründer des tibetischen Buddhismus. Dämonenbezwinger im Himalayagebiet. Verbarg viele Texte und Ritualgegenstände, sog. „Schätze“[13], mit Anweisungen und Belehrungen für eine spätere Zeit, die im Laufe der letzten Jahrhunderte und bis heute gefunden wurden.
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[1] skt. Siddhi = spirituelle Kraft
[2] Hinayana und Mahayana
[3] skt.: Tantra ; tib.: rgyud = Gewebe, Zusammenhang, Kontinuum (der spirituellen Praxis) => Vajrayana
[4] Ältere spirituelle Tradition von der Mongolei bis Tibet.
[5] tib.: Terma, verborgene Texte, Ritualgegenstände, Buddhastatuen, die von Tertöns (Schatzfinder) heute noch gefunden werden
[6] Guru Tsokye Dorje, Guru Padmasambhava, Guru Lhodan Chogse, Guru Pema Gyalpo, Guru Nyima Özer, Guru Shakya Senghe, Guru Senghe Dradrog, Guru Dorje Drollö
[7] tib. Pad shwa; sprich: Päschwa
[8] skt.: Dhyanimudra, von: skt.: Dhyana = meditative Versenkung; skt.: Mudra = Handzeichen, Geste
[9] skt.: kapala
[10 tib.: Khatvanga = Stab, mit einem Dreispitz (skt.: trisula) gekrönt; symbolisiert die Gefährtin, Zeichen der Erleuchtung
[11] tib.: Dorje = skt.: Vajra = Donnerkeil; Ritualszepter mit einer zentralen Kugel und zwei fünf-, oder achtspeichigen Spitzen, die ähnlich den Feldlinien eines Magneten verlaufen
[12] Skt. trajanimudra
[13] Siehe Fußnote 5
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