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Padmasambhava

Padmasambhava, Guru Rinpoche. Der "Zweite Buddha" (8. Jh.)

 

Fakten 

Leben und Wirken

P. manifestierte sich selbst auf wundersame Weise auf einem Lotus im See Dhanakosha. Damit erfüllt er eine Voraussage des Buddha Shakyamuni (vgl.: Nirvanasutra). In ihm manifestierten sich der Überlieferung nach, die Siddhis[1] aller Buddhas aller Zeiten.

Als Ziehsohn des Königs Indrabhuti wurde er zum Thronerben erzogen, wandte sich aber dem spirituellen Weg zu und studierte an den unterschiedlichen Dharmauniversitäten Indiens, wurde als Mönch ordiniert und erlangte die Verwirklichung der äußeren, inneren und geheimen Tantras.

Auf Einladung von König Trisong Detsen (742-798), empfohlen und vermittelt durch den indischen Gelehrten Santiraksita, kam P. nach Tibet, um dort „böse Dämonen“ zu bannen. Im Tsangpo-Tal wurde mit seiner Hilfe das Kloster Samye (ältestes buddhistisches Kloster Tibets) errichtet.

P. vereinigte die buddhistische Tradition Indiens[2] mit tantrischen[3] und schamanischen Riten der Bön-Tradition[4]. Viele „Schutzgottheiten“ des tibetischen Buddhismus sind unterworfene Dämonen und Gottheiten der vorhergehenden (Bön) Natur-Religionen. Wegen Budhisten-Verfolgungen wurden viele Texte und Ritual-Gegenstände für spätere Zeit verborgen. Heute als „verborgene Schätze“[5] bezeichnet.

In seiner Nachfolge entstand die Nyingmapa (tib.: die Alten) Tradition und daraus die Kagyudpa (tib.: die Rotmützen, gegründet von => Marpa dem Übersetzer) Schule, die P. als „zweiten Buddha“ verehren.

P. erscheint in acht Formen[6]. Die bekannteste stellt ihn mit „einem Gesicht von rosiger Farbe und friedvollem Ausdruck dar, das manchmal auch zornvoll erschienen kann“, er sitzt auf einem Lotusthron mit Sonne und Mondscheibe darauf, trägt kostbare Gewänder und den Lotushut[7]. Die linke Hand hält er in Meditationsgeste[8], darin eine Schädelschale[9]. Ein Khatvanga[1]-Stab lehnt an seiner Schulter. Die rechte Hand hält einen Dorje [2] in (Dämonen) Abwehrhaltung[3] auf Höhe des Herzens.

Werke

Die Kette der Anschauungen (Zusammenfassung aller buddhistischen Fahrzeuge; erstes in tibetischer Sprache verfasstes Werk über die neun Yanas = Wege)

Die edle, die tantrischen Wegstufen erhellende Leuchte (tib.: Lamrim = Stufenweg zur Erleuchtung; Schatztext)

Die Unterweisung der Wegstufen ‚Die Essenz der Urerkenntnis’ (Schatztext)

Quellen

Weblinks 

http://de.wikipedia.org/wiki/Padmasambhava

Lexikalisches in Kürze

Padmasambhava, Guru Rinpoche, tib.: Pema Djungne; skt.: Padmakara dt.: der Lotusgeborene; auch tib.:Guru Rinpoche: kostbarer, juwelengleicher Lehrer.Guru Rinpoche - Padmasambhava statue - near Kulu

Lebte im 8. Jh. unserer Zeitrechnung, genaue Lebensdaten unbekannt. Geboren in Udyana (auch Oddyana; tib.: Urgyen) Kaschmir, Indien/Pakistan.

Großer tantrischer Meister und erster Lehrer des Tantra in Tibet. Begründer des tibetischen Buddhismus. Dämonenbezwinger im Himalayagebiet. Verbarg viele Texte und Ritualgegenstände, sog. „Schätze“[13], mit Anweisungen und Belehrungen für eine spätere Zeit, die im Laufe der letzten Jahrhunderte und bis heute gefunden wurden.

 

 

[1] skt. Siddhi = spirituelle Kraft

[2] Hinayana und Mahayana

[3] skt.: Tantra ; tib.: rgyud = Gewebe, Zusammenhang, Kontinuum (der spirituellen Praxis) => Vajrayana

[4] Ältere spirituelle Tradition von der Mongolei bis Tibet.

[5] tib.: Terma, verborgene Texte, Ritualgegenstände, Buddhastatuen, die von Tertöns (Schatzfinder) heute noch gefunden werden

[6] Guru Tsokye Dorje, Guru Padmasambhava, Guru Lhodan Chogse, Guru Pema Gyalpo, Guru Nyima Özer, Guru Shakya Senghe, Guru Senghe Dradrog, Guru Dorje Drollö

[7] tib. Pad shwa; sprich: Päschwa

[8] skt.: Dhyanimudra, von:  skt.: Dhyana = meditative Versenkung; skt.: Mudra = Handzeichen, Geste

[9] skt.: kapala

[10 tib.: Khatvanga = Stab, mit einem Dreispitz (skt.: trisula) gekrönt; symbolisiert die Gefährtin, Zeichen der Erleuchtung

[11] tib.: Dorje = skt.: Vajra = Donnerkeil; Ritualszepter mit einer zentralen Kugel und zwei fünf-, oder achtspeichigen Spitzen, die ähnlich den Feldlinien eines Magneten verlaufen

[12] Skt. trajanimudra

[13] Siehe Fußnote 5

 

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