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Naropa
1016 in Shrinagar als Königssohn geboren. Entsagte dem weltlichen Leben und wurde Mönch und Gelehrter in Nalanda (Klosteruniversität). Suchte schließlich als Yogi seinen prophezeiten Lehrer Tilopa auf, von dem er 12 Jahre lang Belehrungen und Einweihungen empfing ehe er erleuchtet wurde. Die „6 Yogas des Naropa“ bilden eine wesentliche Grundlage der Karma-Kagyü-Schule. Ikonografisch ist er an seier „lockeren“ Körperhaltung mit Schädelschale erkennbar.
Leben und Wirken
In der Stadt Zambu in Shrinagar lebten der König Shiwai Gocha und die Königin Palgyi Lodrö, die eine Tochter, Palgyi Yeshe, hatten. Da sie keinen Sohn hatten, beteten sie zu den Drei Juwelen und anderen und brachten Opfergaben dar. Schließlich wurde ihnen ein Sohn geboren, den sie den Zeichendeutern zeigten. Die Zeichendeuter sagten: „Dieser ist wie der Sohn von Suddhodana; wenn er der Welt zugekehrt bleibt, wird er ein Gebieter der Menschen. Wenn er auf die Welt verzichtet, wird er in diesem Leben Erleuchtung und die zwei Ansammlungen erlangen."
Als er älter wurde, bat er die Eltern um Erlaubnis, Mönch werden zu dürfen, aber sie lehnten seinen Wunsch ab. Darauf sagte der Prinz: „Was immer wir tun, es ist ohne den Dharma getan und wird zu einer Quelle des Leidens. Deshalb gehe ich fort, um die kostbaren Lehren zu erhalten."
Er reiste nach Kaschmir, um bei dem Meister Arya Akasha zu studieren. Er erhielt die Laienordination und studierte den Dharma, sowie die fünf Aspekte des Wissens (bildende Künste, Medizin, Sprache, Logik und Philosophie). Aber dies missfiel seinem Vater, der sich wünschte, er werde heiraten. Der Prinz antwortete: „Alle fühlenden Wesen der sechs Bereiche sind unsere natürlichen Eltern, nicht nur ein oder zwei Wesen. Aber wenn du eine Frau mit tiefer Einsicht und reinem Verhalten findest, frei von den Fehlern und bewandert in den Lehren des Mahayana, lass es mich wissen." Der König schickte seine Minister in alle Richtungen auf die Suche nach einer solchen Person und sie fanden schließlich in Ostbengalen ein Mädchen namens Drimedma, Tochter des Brahmanen Kargyal, das die erforderlichen Qualitäten besaß. Das Mädchen wurde ins Königreich gebracht und die beiden wurden verheiratet. Aber nach einiger Zeit wurde der Prinz so traurig, dass er sagte: „Weltliches Leben ist mit unendlichen Verfehlungen angefüllt, deshalb muss ich darauf verzichten."
Er ließ die Prinzessin wissen, wie es um seine Gefühle stand und sie versprach, kein Hindernis auf seinem Weg zu sein. Im Kloster ,Glücklicher Garten' erhielt der Prinz die Ordination. In Nalanda wurde zum Wächter des nördlichen Tores ernannt. Aus Debatten ging er immer siegreich hervor. Schließlich wurde er Leiter der Universität von Nalanda und erteilte Mönchsgelübde und Belehrungen ebenso wie Meditationsanweisungen. Eines Tages erschien dort eine Frau mit zweiunddreißig hässlichen Zeichen. Unter Niesen und Gähnen, Weinen und Lachen, hinkend und auf einem Stock gestützt fragte sie: „Kennst du die Worte des Dharma oder die Bedeutung des Dharma?" Naropa antwortete. „Ich kenne die Bedeutung." Da weinte die Frau. Dann sagte er: „Ich kenne die Worte des Dharma." Da lachte sie vor Freude. Er fragte: „Wer versteht die Bedeutung des Dharma?" Sie antwortete: „Mein Bruder." Er sagte: „Bitte führe mich zu ihm." Sie sagte: „Bete, meditiere und suche." Damit verschwand sie. Er gab all seine Schätze fort, seine Dharma-Texte und anderen Besitz.
Bekleidet mit seinen Roben und ausgerüstet mit einem Stab und einer Bettelschale, brach er in Richtung Osten auf. Auf einem Leichenacker praktiziert er, bis schließlich zwei Dakinis ihm Tilopa als seinen Lehrer nennen. Unverzüglich bricht er auf, findet ihn aber trotz monatelanger Suche nicht. Dabei erträgt er die „zwölf kleinere Schwierigkeiten“: Z. B.: Er reiste an einem schmalen Abgrund zwischen Felsen und einem Fluss entlang, da traf er eine lepröse Frau. „Tritt bitte beiseite", sagte er, und sie antwortete: Mit Gedanken von rein und unrein kannst Du den spirituellen Lehrer nicht finden." Nach weiteren 11 solcher „Prüfungen“ will er sich selbst töten, aber unmittelbar davor erscheint ihm Tilopa mit folgenden Worten: „Von Anfang an bin ich dir wie ein Schatten gefolgt. Aber aufgrund deiner Verdunkelungen konntest du mich nicht sehen."
Es folgen 12 Jahre der Lehre, in denen Naropa die „zwölf großen Schwierigkeiten“ erträgt empfing Naropa die Lehren. Beispielsweise: Tilopa springt vom Dach des Otantra Tempels und sagte: „Folge mir nach, wenn du Belehrungen willst. Wenn ich einen Schüler hätte, würde er von diesem Dach springen." Naropa springt ihm nach. Als er auf dem Boden landet, fühlt er starke Schmerzen und stöhnt. Tilopa sagt: „Was ist mit dir" geschehen?" Naropa antwortet: „Dieser Tontopf von einem Körper ist vollkommen gereift, dieses zerbrochene Gefäß ist wie eine Leiche," In dieser Zeit wurde ihm das wunscherfüllende Juwel der Lehren der vier Linien gegeben. Über diese meditierte er ein Jahr lang. So vergehen weitere Jahre und Prüfungen und schließlich wird Naropa durch einen Schlag von Tilopa mit dessen Schuh auf seinen Kopf erleuchtet. Anschließend begann er, die Lehren in seinen Handlungen anzuwenden und später auch selbst zu lehren. Naropa verfaßte wie sein Lehrer Tilopa, keine eigenen Werke, sondern gab seinen Belehrungen mündlich an Marpa weiter, der so den „sterbenden“ Vajrajana - Buddhismus in Nordinden nach Tibet rettete.
Werke
Die sogenannten „Sechs Yogas des Naropa“ sind:
Das Yoga des Inneren Feuers (Tummo)
Die psychische Energie wird
von der Außenwelt nach innen gelenkt. Ängste, Haß und Gier werden in einem
inneren Feuer verbrannt, es entsteht die Erfahrung von Glückseligkeit.
Das Yoga des Illusionskörpers
Wahrnehmungen, Träume und der eigene Körper werden als Illusion erkannt.
Das Yoga des Klaren
Lichts
Jenseits von
Polarität, von Licht und Dunkelheit, erscheint das “Klare Leuchten”.
Das Yoga der Bewußtseinsübertragung in höhere Zustände (Phowa)
Zum Zeitpunkt des Todes verschmilzt das Bewußtsein mit einem höherem
Bewußt-seinszustand, dem Bewußtseinszustand des Meisters oder dem
Bewußtseinszustand
Das Yoga des Zwischenzustandes
Übungen für den körperlosen Zwischenzustand, den Bardo.
Das Yoga der
Bewußtseinsübertragung in einen anderen Körper
Das Bewußtsein wird
nach dem Tod in einen neuen Körper übertragen, um die eigene Entwicklung
fortzusetzen oder um anderen zu helfen.
Bildverzeichnis
http://www.namsebangdzo.com/realaudio/naropa.jpg
Quellen
Weblinks
http://www.diamondway-teachings.org/content/glossar/glossar-n.html
http://www.sattva-adarsha.de/dtan/GI/siyvn.pdf
http://www.tibetanpulsing.de/html/body_naropa.html
http://www.buddhismus-heute.de/
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Lexikalisches in Kürze
Naropa
(1016 - 1100) Indien In Shrinagar als Königssohn geboren. Entsagte dem weltlichen Leben und wurde Mönch und Gelehrter in Nalanda (Klosteruniversität). Suchte schließlich als Yogi seinen prophezeiten Lehrer Tilopa auf, von dem er 12 Jahre lang Belehrungen und Einweihungen empfing ehe er erleuchtet wurde. Die „6 Yogas des Naropa“ bilden eine wesentliche Grundlage der Karma-Kagyü-Schule. Ikonografisch ist er an seier „lockeren“ Körperhaltung mit Schädelschale erkennbar. |
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