Zurück zum Projekt "Biographien der Meister"
Nagarjuna
Nagarjuna gilt als der bedeutendste Philosoph des Mahayana und als einer der größten Denker der Menschheit. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es wenig Gesichertes zu seiner Biographie. Die Buddhologie sieht in N. mehrere Personen gleichen Namens, die in einem Zeitraum von einigen Jahrhunderten lebten. Angeblich war N. ein südindischer Brahmane, dessen große Leistung in der Systematisierung der Lehre des Prajnaparamita-Sutras bestand. Er stellte die Leerheit aller Phänomene durch das Bestehen derselben in gegenseitiger Abhängigkeit dar. In seiner berühmten Dialektik widerlegte alle philosophischen Größen seiner Zeit. Er beeinflusste dadurch auch nicht-buddhistische Schulen. Seine Lehre vom Mittleren Weg, die die Extreme von Nihilismus und Eternalismus vermeidet, mündet in die Begründung der Madhyamaka-Schule oder der Schule der Madhyamikas. Grundlage dafür bildet sein Hauptwerk „ Madhyamaka-Karika“( Merkverse über die Mittlere Lehre). N. hat als Erster ein buddhistisch-philosophisches Lehrsystem geschaffen, in dem der methodische Ansatz im Widerlegen der Gegensätze besteht. Dies kommt klar in den Acht Verneinungen zum Ausdruck. Im Zen-Buddhismus gilt er als der 14. indische Patriarch.
Leben und Wirken
Der tibetische Historiker Butön(1290-1364) berichtet, dass N. im Land der Palmen in Vidarbha in Zentralindien geboren sei. Laut Prophezeiung sollte N. schon mit sieben Jahren sterben. Daher schickten ihn seine Eltern zur buddhistischen Kloster-Universität Nalanda. Er wurde dort in das Mandala des Sambhogakaya-Buddha Amitayus-Herr des unermesslichen Lebens- eingeführt, was dann auch wirklich sein Leben verlängerte. Seine Lehrer sollen Saraha und Rahulabadra gewesen sein. Er zog sich als Hinayana-Mönch in die Wälder zurück. Später soll er als Abt von Nalanda 500 nicht-buddhistische Gelehrte in der Debatte widerlegt haben.
Es wird auch berichtet, dass N. im Palast des Naga-Königs in den Tiefen des Meeres geweilt haben soll und dort das Prajnaparamita-Sutra erhalten haben. Die Nagas sind Wassergottheiten, zu denen N. eine besondere Beziehung hatte. Ikonographisch wird er mit sechs Kobras über seinem Haupt dargestellt. Der indische König Yajna Shri(170-200nC) schenkte N.aus Dankbarkeit für zwei erhaltene Schriften ein Kloster auf dem Brahmaberg im Shriparvata Gebirge. Dort soll N. mit ca. 100 Jahren verstorben sein.
Werke
Bodhicaryavatara ( Eintritt in das
Leben der Erleuchtung) Mahayana-Praxis
Shikshasamuccaya ( Sammlung der Regeln)> Anthologie mahayanischer Texte
Sutrasamuccaya ( Sammlung der Lehrtexte)
Quellen
Zitat aus Suhrillekha
Die Menschen sollten verstanden
werden als der Mangofrucht gleich:
Es gibt unreife, die reif erscheinen,
reife, die unreif erscheinen,
unreife, die unreif erscheinen,
reife, die als reif erscheinen.
Weblinks
http://de.wikipedia.org/wiki/Nagarjuna
http://www.iep.utm.edu/n/nagarjun.htm
http://www.schopenhauer-buddhismus.de/Buddhismus/Mahayana_/mahayana_.html
|
Lexikalisches in Kürze
Nagarjuna
2,-3.Jh. Brahmane/Indien
Hauptwerk: Madhyamaka-Karika. |
Zurück zum
Projekt "Biographien der Meister"