Das Vajracchedika Prajnaparamita Sutra

 

(Aus: Thich Nhat Hanh / Das Diamant-Sutra / Theseus Verlag / 1993 / ISBN: 3-85936-066-3)

 

1

 

So habe ich gehört:

 

Zu jener Zeit weilte der Buddha im Jetavana-Kloster im Park des Anathapindika in der Nähe von Sravasti; mit ihm waren 1250 Bhikkhus, vollordinierte Mönche.

 

Als an diesem Tag die Zeit der Almosenrunde gekommen war, legte der Buddha seine Mantelrobe an, nahm seine Schale und ging in die Stadt Sravasti. Dort schritt er von Haus zu Haus und bettelte um Almosen. Danach kehrte er zum Kloster zurück, um sein Mittagsmahl einzunehmen. Schließlich legte er seine Mantelrobe ab, stellte die Schale beiseite, wusch seine Füße, richtete sein Kissen und setzte sich nieder.

 

2

 

Da erhob sich der Ehrwürdige Subhuti, entblößte seine rechte Schulter, beugte sein Knie zum Boden, legte ehrerbietig seine Handflächen zusammen und sprach zu dem Buddha: „Du von aller Welt Verehrter, äußerst selten nur begegnet man jemandem wie dir. Du gewährst den Bodhisattvas stets Unterstützung und zeigst dein besonderes Vertrauen zu ihnen.

 

Weltverehrter, wenn Söhne und Töchter aus guten Familien höchsten, vollkommen erwachten Geist zu erwecken suchen, auf was sollen sie sich stützen und was sollen sie tun, um ihr Denken zu beherrschen?"

 

Der Buddha antwortete: „Gut gesprochen, Subhuti! Was du gesagt hast, ist vollkommen richtig. Der Tathagata gewährt den Bodhisattvas fortwährend Unterstützung und zeigt sein besonderes Vertrauen zu ihnen. Bitte, höre nun zu, mit deiner ganzen Aufmerksamkeit, der Tathagata wird dir deine Frage beantworten. Wenn Töchter und Söhne aus guten Familien höchsten, vollkommen erwachten Geist zu erwecken suchen, so sollen sie sich auf das Folgende stützen und ihr Denken auf die folgende Weise zu beherrschen lernen."

 

Der Ehrwürdige Subhuti sagte:  „Herr, wir sind glücklich, deine Lehren vernehmen zu können."

 

3

 

Der Buddha sprach zu Subhuti: „Auf diese Weise beherrschen die Bodhisattva-Mahasattvas ihr Denken: ,Wieviele Arten von Lebewesen es auch geben mag - ob aus einem Ei oder einem mütterlichen Schoß geboren, aus Feuchtigkeit entstanden oder aus sich selbst heraus; ob diese Wesen nun Form haben oder keine Form, Wahrnehmungen haben oder keine Wahrnehmungen; oder ob von ihnen nicht gesagt werden kann, ob sie Wahrnehmungen haben oder nicht -, wir müssen all diese Wesen zum endgültigen, vollständigen Nirvana führen, damit sie Befreiung finden können. Und wenn die nicht zu zählende, unermessliche, unendlich große Anzahl der Wesen befreit ist, denken wir nicht, dass auch nur ein einziges Wesen befreit ist.'

 

Warum ist das so? Wenn, Subhuti, ein Bodhisattva an der Vorstellung festhält, dass ein Selbst, eine Person, ein Lebewesen oder eine Lebensspanne existiere, dann ist er kein echter Bodhisattva."

 

4

 

„Überdies, Subhuti - wenn ein Bodhisattva sich in Freigebigkeit übt, dann stützt er sich auf kein Objekt, das heißt, er stützt sich auf keine Form, keinen Klang, keinen Geruch, keinen Geschmack, kein Berührbares und kein Dharma, um Freigebigkeit zu üben. Das, Subhuti, ist der Geist, aus dem heraus der Bodhisattva Freigebigkeit praktizieren sollte, ein Geist, der sich nicht auf Zeichen stützt. Warum? Wenn ein Bodhisattva Freigebigkeit praktiziert, ohne sich auf Zeichen zu stützen, so ist das Glück, das daraus entspringt, weder vorstellbar noch ermessbar. Subhuti, glaubst du, dass es möglich ist, den Raum in östlicher Richtung zu vermessen?"

 

„Nein, Weltverehrter!"

 

„Subhuti, ist es möglich, den Raum in westlicher, südlicher und nördlicher Richtung zu vermessen, nach oben und nach unten hin?"

 

„Nein, Weltverehrter!"

 

„Subhuti, stützt sich ein Bodhisattva auf keinerlei Vorstellungen, wenn er sich in Freigebigkeit übt, dann ist das Glück, das diesem tugendhaften Handeln entspringt, so groß wie das Weltall. Es kann nicht ermessen werden. Subhuti, die Bodhisattvas sollten ihren Geist in diese Belehrungen versenken und dort verweilen lassen."

 

5

 

„Was denkst du, Subhuti, ist es möglich, den Tathagata anhand körperlicher Kennzeichen zu erfassen?"

 

„Nein, Weltverehrter. Spricht der Tathagata von körperlichen Kennzeichen, so gibt es doch keine Kennzeichen, über die zu sprechen wäre."

 

Der Buddha sagte zu Subhuti: „Wo es etwas gibt, das durch Zeichen unterscheidbar ist, da gibt es Täuschung. Wenn du die zeichenlose Natur der Zeichen sehen kannst, dann kannst du den Tathagata sehen."

 

6

 

Der Ehrwürdige Subhuti sprach zu dem Buddha: „Wird es auch in künftigen Zeiten Menschen geben, die wahrhaftigen Glauben und wirkliches Vertrauen in diese Lehren haben, wenn sie sie hören?"

 

Der Buddha antwortete: „Sprich nicht in dieser Weise, Subhuti. Noch fünfhundert Jahre nach dem Hinscheiden des Tathagata wird es Menschen geben, die sich daran erfreuen, die Regeln zu befolgen. Hören solche Menschen diese Worte, werden sie den Glauben und das Vertrauen besitzen, dass diese Worte die Wahrheit sind. Wir müssen wissen, dass solche Menschen nicht nur während der Lebzeit eines Buddha heilsame Samen gesät haben oder während der Lebzeiten von zwei, drei, vier oder fünf Buddhas, sondern dass sie die guten Samen während der Lebzeiten von Zehntausenden von Buddhas gesät haben. Der Tathagata sieht und erkennt jede Person, die beim Hören dieser Worte des Tathagata reines, klares Vertrauen in sich erweckt - und sei es auch nur für eine Sekunde -, und diese Person wird, weil sie versteht, unermessliches Glück erfahren.

 

Warum? Weil Menschen dieser Art nicht in die Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verstrickt sind. Sie sind weder in der Vorstellung von einem Dharma noch in der Vorstellung von einem Nicht-Dharma gefangen. Sie sind nicht in die Vorstellung verstrickt, dass dies ein Zeichen sei und jenes kein Zeichen. Warum? Wenn du der Vorstellung von einem Dharma verhaftet bist, dann bist du auch der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen und einer Lebensspanne verhaftet. Bist du in die Vorstellung verstrickt, dass es keine Dharmas gebe, dann bist du noch immer in der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen und einer Lebensspanne gefangen. Darum dürfen wir uns den Dharmas nicht verhaften, noch der Vorstellung, dass Dharmas nicht existierten. Das ist die verborgene Bedeutung dessen, wenn der Tathagata sagt: ’Bhikkhus, ihr müsst wissen, dass alle Lehren, die ich euch gebe, ein Floß sind.’ Alle Lehren müssen aufgegeben werden, ganz zu schweigen von den Nicht-Lehren."

 

7

 

„Was denkst du, Subhuti, hat der Tathagata höchsten, vollkommen erwachten Geist erlangt? Gibt der Tathagata irgendwelche Belehrungen?"

 

Der Ehrwürdige Subhuti antwortete: „So weit ich die Lehren des Erhabenen verstanden habe, gibt es kein unabhängig existierendes Objekt des Geistes, das höchster, vollkommen erwachter Geist heißt, noch gibt es irgendwelche unabhängig existierenden Belehrungen, die der Tathagata gibt. Warum? Die Lehren, die der Tathagata verwirklicht hat und von denen er spricht, können nicht als unabhängig und eigenständig existierend gedacht werden und können daher auch nicht beschrieben werden. Die Lehre des Tathagata ist weder selbst-existent noch nicht selbst-existent. Warum? Weil die edlen Lehrer sich von anderen nur hinsichtlich des Nicht-Bedingten unterscheiden."

 

8

 

„Was meinst du, Subhuti, wenn ein Sohn oder eine Tochter aus guter Familie die dreitausend Chiliokosmen als Akt der Freigebigkeit mit den sieben kostbaren Schätzen füllen würde, könnte diese Person durch eine solch tugendhafte Handlung großes Glück bewirken?"

 

Der Ehrwürdige Subhuti antwortete: „Ja, Weltverehrter. Weil Tugend und Glück in ihrem Wesen nicht Tugend und Glück sind, kann der Tathagata von Tugend und Glück sprechen."

 

Der Buddha sagte: „Wenn nun - auf der anderen Seite - eine Person diese Lehren annimmt, sie in ihrem Leben verwirklicht und anderen erklärt - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen -, so übersteigt das Glück, das durch dieses tugendhafte Handeln entsteht, bei weitem jenes, das aus dem Geben der sieben kostbaren Schätze erwächst. Warum? Weil, Subhuti, alle Buddhas und das Dharma des höchsten, vollkommen erwachten Geistes aller Buddhas aus diesen Lehren hervorgehen.

 

Subhuti, das, was Buddhadharma genannt wird, ist all das, was nicht Buddhadharma ist."

 

9

 

„Was meinst du, Subhuti, denkt ein In-den-Strom-Eingetretener: ,Ich habe die Frucht des Stromeintritts erlangt'?"

 

Subhuti erwiderte: „Nein, Weltverehrter. Warum? Strom- Eintritt bedeutet in den Strom eintreten; aber in Wirklichkeit gibt es keinen Strom, in den einzutreten wäre. Man tritt in keinen Strom ein, der Form ist, noch in einen, der Klang, Geruch, Geschmack, Berührbares oder Objekt des Geistes ist. Das meinen wir, wenn wir von Strom-Eintritt sprechen."

 

„Was glaubst du, Subhuti, denkt ein Einmal-Wiederkehrender: ,Ich habe die Frucht der Einmal-Wiederkehr erlangt'?"

 

Subhuti erwiderte: „Nein, Weltverehrter. Warum? Einmal-Wiederkehr bedeutet gehen und noch einmal wiederkehren; aber in Wirklichkeit gibt es kein Gehen, genauso wie es kein Wiederkehren gibt. Das meinen wir, wenn wir Einmal-Wiederkehrender sagen."

 

„Was glaubst du, Subhuti, denkt ein Nie-Wiederkehrender: ,Ich habe die Frucht der Nie-Wiederkehr erlangt'?"

 

Subhuti erwiderte: „Nein, Weltverehrter. Warum? Nie-Wiederkehr bedeutet nicht in diese Welt zurückkehren ; aber in Wirklichkeit kann es so etwas wie Nie-Wiederkehr nicht geben. Das meinen wir, wenn wir Nie-Wiederkehrender sagen."

 

„Was glaubst du, Subhuti, denkt ein Arhat: ,Ich habe die Frucht der Arhatschaft erlangt'?"

 

Subhuti erwiderte: „Nein, Weltverehrter. Warum? Es gibt kein eigenständig existierendes Ding, das Arhatschaft genannt werden könnte. Wenn ein Arhat den Gedanken hegt, er habe die Frucht der Arhatschaft erlangt, dann ist er noch in die Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen und einer Lebensspanne verstrickt. Weltverehrter, du hast oft gesagt, dass ich die Konzentration erlangt habe, in Frieden zu verweilen, und dass ich innerhalb der Gemeinschaft der Arhat bin, der Verlangen und Begierden weitestgehend überwunden hat. Weltverehrter, würde ich selbst meinen, die Frucht der Arhatschaft erlangt zu haben, würdest du sicherlich nicht davon sprechen, wie gerne ich in der Konzentration des friedvollen Verweilens ruhe."

 

10

 

Der Buddha fragte Subhuti: „In alten Zeiten, als der Tathagata unter dem Buddha Dipankara übte, hat er da irgend etwas erlangt?"

 

Subhuti antwortete: „Nein, Weltverehrter. In alten Zeiten, als der Tathagata unter dem Buddha Dipankara übte, da erlangte er nichts."

 

„Was meinst du, Subhuti, schafft ein Bodhisattva ein harmonisches, schönes Buddha-Feld?"

 

„Nein, Weltverehrter. Warum? Ein harmonisches, schönes Buddha-Feld schaffen bedeutet in Wirklichkeit nicht ein harmonisches, schönes Buddha-Feld schaffen. Und darum nennt man es: ein harmonisches, schönes Buddha-Feld schaffen."

 

Der Buddha sagte: „In diesem Geiste, Subhuti, sollten alle Bodhisattva-Mahasattvas ihren reinen, klaren Vorsatz fassen. Wenn sie diesen Vorsatz fassen, sollten sie sich dabei nicht auf Form, Klang, Geruch, Geschmack, Berührbares oder Geistesobjekt stützen. Sie sollten einen Vorsatz fassen aus einem Geist heraus, der nirgendwo verweilt.

 

Subhuti, angenommen, da ist ein Mann, dessen Körper so groß wie der Berg Sumeru ist. Würdest du seinen Körper als groß bezeichnen?"

 

Subhuti antwortete: „Ja, Weltverehrter, als sehr groß. Warum? Was der Tathagata meint, ist nicht ein großer Körper, der als großer Körper bekannt ist."

 

11

 

„Subhuti, wenn es so viele Ganga-Ströme gäbe wie es Sandkörner in der Ganga gibt, würdest du dann die Zahl der Sandkörner in allen Ganga-Strömen als sehr groß bezeichnen?"

 

Subhuti antwortete: „Als sehr groß, in der Tat, Weltverehrter. Wäre die Zahl der Ganga-Ströme schon gewaltig, um wie viel gewaltiger dann noch die Zahl der Sandkörner in all diesen Strömen."

 

„Subhuti, ich möchte dich folgendes fragen: Wenn eine Tochter oder ein Sohn aus gutem Hause als Akt der Freigebigkeit die dreitausend Chiliokosmen mit so vielen kostbaren Schätzen füllen würde, wie es Sandkörner in allen Ganga-Strömen gibt, könnte diese Person durch ihr tugendhaftes Handeln großes Glück bewirken?"

 

Subhuti erwiderte: „Sehr großes Glück, Weltverehrter."

 

Der Buddha sprach zu Subhuti: „Wenn eine Tochter oder ein Sohn aus gutem Hause dieses Sutra annimmt, sich darin übt und es anderen erläutert - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen -, so ist das Glück, das diesem tugendhaften Handeln entspringt, noch weitaus größer."

 

12

 

„Und weiter, Subhuti, jedes Stückchen Land, auf dem dieses Sutra verkündet wird - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen -, wird ein Land sein, das Götter, Menschen und Asuras aufsuchen, um Opfergaben zu bringen, so wie sie es an einem Stupa des Buddha tun. Und wenn schon dieses Stückchen Land als heilig angesehen wird, um wie viel mehr dann die Person, die dieses Sutra praktiziert und rezitiert. Subhuti, du musst wissen, dass diese Person etwas sehr Seltenes, Profundes erlangt. Wo immer dieses Sutra befolgt wird, ist ein heiliger Ort, der die Gegenwart des Buddha oder die eines seiner großen Schüler bewahrt."

 

13

 

Danach wandte sich Subhuti an den Buddha: „Wie soll dieses Sutra genannt werden, und wie sollen wir handeln angesichts der Lehren?"

 

Der Buddha erwiderte: „Dieses Sutra soll Der Diamant, der die Illusion durchschneidet genannt werden, denn es hat die Kraft, alle Illusionen und alle Betrübnisse zu durchschneiden und uns zum Ufer der Befreiung zu bringen. Bitte, benutze diesen Namen und praktiziere in Übereinstimmung mit seiner tiefsten Bedeutung. Warum ? Was der Tathagata die höchste, vollkommene Weisheit genannt hat, ist in Wirklichkeit nicht die höchste, vollkommene Weisheit. Und darum ist sie wirklich die höchste, vollkommene Weisheit."

 

Buddha fragte: „Was denkst du, Subhuti, gibt es irgendein Dharma, das der Tathagata lehrt?"

 

Subhuti erwiderte: „Der Tathagata hat nichts zu lehren, Weltverehrter."

 

„Was denkst du, Subhuti, gibt es in den dreitausend Chiliokosmen viele Staubteilchen?"

 

„Weltverehrter, es gibt sehr viele."

 

„Subhuti, der Tathagata sagt, dass diese Staubteilchen keine Staubteilchen sind. Darum sind sie wirklich Staubteilchen. Und das, was der Tathagata Chiliokosmen nennt, sind in Wirklichkeit nicht Chiliokosmen. Und darum werden sie Chiliokosmen genannt.

 

Was denkst du, Subhuti, kann der Tathagata durch die zweiunddreißig Merkmale erfasst werden?"

 

Der Ehrwürdige Subhuti erwiderte: „Nein, Weltverehrter. Warum? Weil das, was der Tathagata die zweiundtdreißig Merkmale nennt, ihrem Wesen nach keine Merkmale sind - darum nennt der Tathagata sie die zweiunddreißig Merkmale."

 

Subhuti, wenn da ein Sohn oder eine Tochter aus guter Familie sein oder ihr Leben als Akt der Freigebigkeit so oft hingäbe, wie es Sandkörner in der Ganga gibt, und wenn da eine andere Tochter oder ein anderer Sohn aus guter Familie wäre, die oder der dieses Sutra anzunehmen, zu praktizieren und es anderen zu erklären weiß - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen -, so wäre das Glück, das daraus erwächst, weitaus größer."

 

14

 

Als der Ehrwürdige Subhuti diese Worte hörte und tief in ihre Bedeutung eindrang, war er zu Tränen gerührt. Er sagte: „Weltverehrter, du bist wirklich einzigartig in dieser Welt. Niemals habe ich seit dem Tag, da ich, dank der Anleitung des Buddha, das Auge der Weisheit erlangt habe, solch tiefe und wunderbare Lehren wie diese gehört. Weltverehrter, wenn jemand dieses Sutra vernimmt, reines, klares Vertrauen dazu entwickelt und Einsicht in seine Wahrheit erlangt, dann wird diese Person einzigartige Tugend verwirklichen. Weltverehrter, diese Einsicht in die Wahrheit ist ihrem Wesen nach keine Einsicht. Darum nennt der Tathagata sie Einsicht in die Wahrheit.

 

Weltverehrter, für mich ist es heute nicht schwierig, dieses wundervolle Sutra zu hören, Vertrauen dazu zu haben, es zu verstehen, anzunehmen und in die Praxis umzusetzen. Doch wenn es in der Zukunft - in fünfhundert Jahren - eine Person gibt, die dieses Sutra hören kann, die Vertrauen dazu hat, es versteht, annimmt und in die Praxis umsetzt, so wird die Existenz einer solchen Person eine seltene und großartige sein. Warum? Weil diese Person nicht beherrscht wird von der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne. Warum? Die Vorstellung von einem Selbst ist keine Vorstellung, und die Vorstellungen von einer Person, einem Lebewesen und einer Lebensspanne sind ebenfalls keine Vorstellungen. Warum? Buddhas werden Buddhas genannt, weil sie frei von Vorstellungen sind."

 

Der Buddha sprach zu Subhuti: „Das ist sehr richtig. Wenn jemand dieses Sutra vernimmt und nicht erschrickt oder sich fürchtet, so ist er oder sie außergewöhnlich. Warum? Subhuti, was der Tathagata paramaparamita nennt, das höchste Vollkommene, ist seinem Wesen nach nicht das höchste Vollkommene, und darum wird es das höchste Vollkommene genannt.

 

Subhuti, der Tathagata hat gesagt, dass das, was vollkommene Geduld genannt wird, nicht vollkommene Geduld ist. Darum wird sie vollkommene Geduld genannt. Warum? Subhuti, vor Tausenden von Lebzeiten, als mein Körper von König Kalinga in Stücke gerissen wurde, war ich nicht der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet. Wäre ich zu jener Zeit in eine dieser Vorstellungen verstrickt gewesen, so hätte ich dem König gegenüber ein Gefühl des Ärgers und des Übelwollens empfunden.

 

Ich erinnere mich auch, in alten Zeiten, fünfhundert Lebzeiten lang, vollkommene Geduld praktiziert zu haben und nicht in die Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verstrickt gewesen zu sein. Wenn, Subhuti, ein Bodhisattva den unübertrefflichen Geist des Erwachens entwickeln will, muss er alle Vorstellungen aufgeben. Er kann sich nicht auf Form stützen, will er diesen Geist entwickeln, noch auf Klang, Ton, Geruch, Geschmack, Berührbares oder Objekt des Geistes. Nur den Geist kann er entwickeln, der an nichts verhaftet ist.

 

Der Tathagata hat erklärt, dass alle Vorstellungen Nicht-Vorstellungen sind und alle Lebewesen Nicht-Lebewesen. Subhuti, der Tatagatha spricht von den Dingen so, wie sie sind, er sagt, was wahr ist und mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Er spricht nicht trügerisch oder um Menschen zu gefallen. Subhuti, wenn wir sagen, dass der Tathagata eine Lehre erkannt und verwirklicht hat, so ist diese Lehre doch weder als wahr noch als trügerisch zu erfassen.

 

Subhuti, ein Bodhisattva, der noch von Vorstellungen abhängig ist, wenn er sich in Freigebigkeit übt, ist wie jemand, der im Dunkeln umherirrt. Er sieht nichts. Doch ein Bodhisattva, der nicht von Vorstellungen abhängig ist, wenn er sich in Freigebigkeit übt, ist wie jemand, der mit gutem Augenlicht im strahlenden Licht der Sonne einhergeht. Er kann alle Formen und Farben erkennen.

 

Subhuti, wenn in künftigen Zeiten eine Tochter oder ein Sohn aus gutem Hause die Fähigkeit besitzt, dieses Sutra anzunehmen, es zu lesen und in die Praxis umzusetzen, wird der Tathagata diese Person mit seinem Weisheitsauge sehen. Der Tathagata wird diese Person erkennen, und sie wird die unermessliche, grenzenlose Frucht ihres tugendhaften Handelns ernten."

 

15

 

„Subhuti, wenn da auf der einen Seite eine Tochter oder ein Sohn aus gutem Hause ihr oder sein Leben als Akt der Freigebigkeit am Morgen so viele Male hingäbe, wie es Sandkörner in der Ganga gibt, und es ebenso oft am Nachmittag hingäbe und am Abend und dies durch unendliche Zeiten hindurch fortsetzte - und wenn da auf der anderen Seite eine Person wäre, die dieses Sutra mit vollkommenem Vertrauen und ohne jeden Widerstreit vernimmt, so würde das Glück dieser Person weitaus größer sein. Doch das Glück einer Person, die das Sutra niederschreibt, es annimmt, rezitiert und anderen erklärt, dieses Glück ist unvergleichbar.

 

Mit anderen Worten, Subhuti, dieses Sutra bringt grenzenlose Tugend und unendliches Glück hervor, die weder vorstellbar noch ermessbar sind. Wenn jemand fähig ist, dieses Sutra anzunehmen, es zu praktizieren, zu rezitieren und mit anderen zu teilen, dann wird der Tathagata diese Person sehen und erkennen, und sie wird unvorstellbare, unbeschreibbare und unvergleichbare Verdienste erlangen. Eine solche Person wird fähig sein, den höchsten, vollkommen erwachten Werdegang des Tathagata auf sich zu nehmen. Warum? Subhuti, wenn sich eine Person mit den begrenzten Lehren zufrieden gibt, wenn sie noch in die Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verstrickt ist, dann wird sie nicht imstande sein, dieses Sutra zu hören, es anzunehmen, zu rezitieren und anderen zu erklären. Subhuti, jeder Ort, an dem dieses Sutra bewahrt wird, ist ein Ort, den Götter, Menschen und Asuras aufsuchen, um Opfergaben zu bringen. Ein solcher Ort ist eine heilige Stätte und sollte durch feierliche Zeremonien verehrt werden, er sollte umschritten werden, und Blumen und Räucherwerk sollten dargebracht werden."

 

16

 

„Überdies, Subhuti - wird ein Sohn oder eine Tochter aus guter Familie verachtet und verleumdet, während er oder sie das Sutra rezitiert und praktiziert, so werden die Missetaten, die er oder sie in vergangenen Leben beging - auch solche, die ein übles Schicksal nach sich ziehen könnten -, ausgelöscht, und er oder sie wird die Frucht des höchsten, vollkommen erwachten Geistes erlangen. Subhuti, in alten Zeiten, bevor ich dem Buddha Dipankara begegnete, da opferte und diente ich bereits allen 84000 Myriaden von Millionen von Buddhas. Wenn aber jemand fähig ist, dieses Sutra im letzten Zeitalter aufzunehmen, es zu rezitieren, zu studieren und zu praktizieren, so ist das Glück, das durch dieses tugendhafte Handeln hervorgebracht wird, hunderttausend Male größer als das Glück, das ich in alten Zeiten bewirkt habe. Tatsächlich ist ein solches Glück nicht vorstellbar, und es kann mit nichts verglichen werden, auch durch Zahlen nicht. Solches Glück ist unermesslich.

 

Subhuti, das Glück, das dem tugendhaften Handeln eines Sohnes oder einer Tochter aus gutem Hause entspringt, der oder die dieses Sutra im letzten Zeitalter annimmt, es rezitiert, studiert und praktiziert, wird so groß sein, dass manche Menschen misstrauisch und ungläubig werden, suchte ich es jetzt in Einzelheiten zu erklären; ihr Geist könnte sich verwirren.

 

Subhuti, du musst wissen, dass die Bedeutung dieses Sutras jenseits von Gedanken und Worten liegt. Und ebenso liegt die Frucht, hervorgebracht durch das Annehmen und Praktizieren dieses Sutras, jenseits von Gedanken und Worten."

 

17

 

Da wandte sich der Ehrwürdige Subhuti an den Buddha und sagte: „Weltverehrter, darf ich dich erneut fragen: Wenn Töchter oder Söhne aus guter Familie höchsten, vollkommen erwachten Geist zu erwecken suchen, auf was sollen sie sich stützen und was sollen sie tun, um ihr Denken zu beherrschen?"

 

Der Buddha erwiderte: „Subhuti, ein Sohn oder eine Tochter aus guter Familie, der oder die höchsten, vollkommen erwachten Geist zu erwecken sucht, sollte folgendermaßen denken: ,Wir müssen alle Wesen zum Ufer des Erwachens führen, doch nachdem diese Wesen befreit sind, denken wir in Wirklichkeit nicht, dass auch nur ein einziges Wesen befreit ist.' Warum ist das so? Subhuti, wenn ein Bodhisattva noch in die Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verstrickt ist, dann ist diese Person kein echter Bodhisattva. Warum?

 

Subhuti, in Wirklichkeit gibt es kein unabhängig existierendes Objekt des Geistes, das höchster, vollkommen erwachter Geist genannt wird. Was meinst du, Subhuti? Als der Tathagata in alten Zeiten mit dem Buddha Dipankara lebte, erlangte er da etwas, das höchster, vollkommen erwachter Geist heißt?"

 

„Nein, Weltverehrter. Wenn ich die Lehren des Buddha richtig verstanden habe, gibt es kein Erlangen von etwas, das höchster, vollkommen erwachter Geist heißt."

 

Der Buddha sagte: „Du hast recht, Subhuti. In Wirklichkeit gibt es den so genannten höchsten, vollkommen erwachten Geist, den der Tathagata erlangt hat, nicht. Wenn es nämlich ein Solches gäbe, dann hätte der Buddha Dipankara nicht von mir vorausgesagt: ,In der Zukunft wirst du ein Buddha namens Shakyamuni sein’. Diese Prophezeiung erfolgte, weil es in Wirklichkeit nichts gibt, das erlangt werden kann und das höchster, vollkommen erwachter Geist heißt. Warum? Tathagata bedeutet die Soheit aller Dinge (Dharmas). Würde jemand behaupten, der Tathagata habe höchsten, vollkommen erwachten Geist erlangt, so irrte er, denn es gibt keinen höchsten, vollkommen erwachten Geist, der zu erlangen wäre. Subhuti, der höchste, vollkommen erwachte Geist, den der Tathagata erlangt hat, ist weder erfassbar noch nicht erfassbar. Daher hat der Tathagata gesagt: ,Alle Dharmas sind Buddhadharma.' Das, was alle Dharmas genannt wird, sind in Wirklichkeit alles Nicht-Dharmas. Darum werden sie alle Dharmas genannt.

 

Subhuti, man kann dies vergleichen mit der Vorstellung von einem großen menschlichen Körper."

 

Subhuti sagte: „Was der Tathagata einen großen menschlichen Körper nennt, ist in Wirklichkeit nicht ein großer menschlicher Körper."

 

„Subhuti, das gleiche gilt für Bodhisattvas. Wenn ein Bodhisattva denkt, dass er alle Lebewesen zu befreien habe, dann ist er noch kein Bodhisattva. Warum? Subhuti, es gibt kein unabhängig existierendes Objekt des Geistes, das Bodhisattva heißt. Daher hat der Buddha erklärt, dass alle Dharmas ohne ein Selbst, eine Person, ein Lebewesen oder eine Lebensspanne sind. Subhuti, wenn ein Bodhisattva denkt: ,Ich muss ein harmonisches, schönes Buddha-Feld schaffen', dann ist diese Person noch kein Bodhisattva. Warum? Das, was der Tathagata ein harmonisches, schönes Buddha-Feld nennt, ist in Wirklichkeit nicht ein harmonisches, schönes Buddha-Feld. Und darum wird es harmonisches, schönes Buddha-Feld genannt. Subhuti, jeder Bodhisattva, der das Prinzip von NichtSelbst und Nicht-Dharma von Grund auf versteht, wird von dem Tathagata als wahrer Bodhisattva bezeichnet."

 

18

 

„Subhuti, was denkst du, besitzt der Tathagata das menschliche Auge?"

 

Subhuti erwiderte: „Ja, Weltverehrter, der Tathagata besitzt das menschliche Auge."

 

Der Buddha fragte: „Subhuti, was denkst du, besitzt der Tathagata das göttliche Auge?"

 

Subhuti sagte: „Ja, Weltverehrter, der Tathagata besitzt das göttliche Auge."

 

„Subhuti, was denkst du, besitzt der Tathagata das Auge der Einsicht?"

 

Subhuti erwiderte: „Ja, Weltverehrter, der Tathagata besitzt das Auge der Einsicht."

 

„Subhuti, was denkst du, besitzt der Tathagata das Auge der vollkommenen Weisheit?"

 

„Ja, du von aller Welt Verehrter, der Tathagata besitzt das Auge der vollkommenen Weisheit."

 

Der Buddha fragte: „Besitzt der Tathagata das Buddha-Auge?"

 

„Ja, Weltverehrter, der Tathagata besitzt das Buddha-Auge."

 

„Subhuti, was meinst du, betrachtet der Buddha den Sand in der Ganga als Sand?"

 

Subhuti sagte: „Weltverehrter, der Tathagata nennt ihn auch Sand."

 

„Subhuti, wenn es so viele Ganga-Ströme gäbe, wie es Sandkörner in der Ganga gibt, und wenn es für jedes dieser Sandkörner in allen Ganga-Strömen ein Buddha-Land gäbe, wären diese Buddha-Länder dann zahlreich?"

 

„Ja, Weltverehrter, sie wären sehr zahlreich."

 

Der Buddha sagte: „Subhuti, wie viele Lebewesen es auch in all diesen Buddha-Ländern geben mag und wiewohl sie alle verschiedene Mentalitäten haben, der Tathagata versteht sie alle. Warum ist das so? Subhuti, das, was der Tathagata verschiedene Mentalitäten nennt, sind in Wirklichkeit nicht verschiedene Mentalitäten. Und darum werden sie verschiedene Mentalitäten genannt.

 

Warum? Subhuti, der vergangene Geist kann nicht erfasst werden, noch der gegenwärtige oder der zukünftige Geist."

 

19

 

„Was meinst du, Subhuti, wenn jemand die dreitausend Chiliokosmen als Akt der Freigebigkeit mit kostbaren Schätzen füllen würde, könnte diese Person durch ihr tugendhaftes Handeln großes Glück bewirken?"

 

„Ja, sehr großes, Weltverehrter."

 

„Subhuti, wäre dieses Glück als etwas zu betrachten, das unabhängig und eigenständig von allem anderen existiert, dann hätte der Tathagata nicht gesagt, dass es groß ist; doch weil es unfassbar ist, hat der Tathagata gesagt, dass das tugendhafte Handeln dieser Person großes Glück hervorgebracht hat."

 

20

 

„Subhuti, was denkst du, kann der Tathagata an seinem vollkommen gestalteten Körper erkannt werden?"

 

„Nein, du von aller Welt Verehrter, das, was der Tathagata einen vollkommen gestalteten Körper nennt, ist in Wirklichkeit nicht ein vollkommen gestalteter Körper. Und darum wird er vollkommen gestalteter Körper genannt."

 

„Was meinst du, Subhuti, kann der Tathagata an seiner vollkommen gestalteten äußeren Erscheinung erkannt werden?"

 

„Nein, Weltverehrter. Es ist unmöglich, den Tathagata an einer vollkommen gestalteten äußeren Erscheinung zu erkennen. Warum? Weil das, was der Tathagata eine vollkommen gestaltete äußere Erscheinung nennt, in Wirklichkeit nicht eine vollkommen gestaltete äußere Erscheinung ist. Und darum wird sie vollkommen gestaltete äußere Erscheinung genannt."

 

21

 

„Subhuti, behaupte nicht, der Tathagata hege die Vorstellung: ,Ich werde eine Belehrung geben’. Denke nicht in dieser Weise. Warum? Wenn jemand sagt, der Tathagata habe etwas zu lehren, so verleumdet diese Person den Buddha, denn sie versteht nicht, was ich sage. Subhuti, einen Dharma-Vortrag zu halten bedeutet in Wirklichkeit, dass kein Vortrag gehalten wird. Das ist wahrhaft ein Dharma-Vortrag."

 

Daraufhin wandte sich der Ehrwürdige Subhuti an den Buddha: „Weltverehrter, in der Zukunft wird es Lebewesen geben, die vollkommenes Vertrauen empfinden, wenn sie diese Worte vernehmen."

 

Der Buddha sagte: „Subhuti, solche Lebewesen sind weder Lebewesen noch Nicht-Lebewesen. Warum? Subhuti, das, was der Tathagata Nicht-Lebewesen nennt, sind wahrhaft Lebewesen."

 

22

 

Subhuti fragte den Buddha: „Weltverehrter, ist der höchste, vollkommen erwachte Geist, den der Buddha erlangt hat, das Nicht-Erlangbare?"

 

Der Buddha sagte: „Das ist richtig, Subhuti. Bezüglich des höchsten, vollkommen erwachten Geistes habe ich überhaupt nichts erlangt. Und darum wird er der höchste, vollkommen erwachte Geist genannt."

 

23

 

„Darüber hinaus, Subhuti, ist dieser Geist überall gleich. Weil er weder hoch noch niedrig ist, heißt er der höchste, vollkommen erwachte Geist. Die Frucht des höchsten, vollkommen erwachten Geistes wird durch die Übung aller heilsamen Handlungen verwirklicht im Geiste von Nicht-Selbst, Nicht-Person, Nicht-Lebewesen und Nicht-Lebensspanne. Subhuti, das, was heilsame Handlungen genannt werden, sind in Wirklichkeit nicht heilsame Handlungen. Und darum werden sie heilsame Handlungen genannt."

 

24

 

„Subhuti, wenn jemand die dreitausend Weltsysteme als Akt der Freigebigkeit mit einer Menge der sieben kostbaren Schätze füllen würde, die so hoch ist wie der Berg Sumeru, so wäre das Glück, das daraus entspringt, weit geringer als das einer anderen Person, die das Vajraccbedika Prajnaparamita-Sutra annimmt, es praktiziert und anderen erklärt. Das Glück, das durch die Tugend einer Person hervorgebracht wird, die dieses Sutra praktiziert - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen -, kann nicht durch Beispiele oder Zahlen beschrieben werden."

 

25

 

„Subhuti, sage nicht, der Tathagata hege die Vorstellung: ,Ich will die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.’ Denke nicht in dieser Weise, Subhuti. Warum ? In Wirklichkeit gibt es für den Tathagata kein einziges Wesen, das zum anderen Ufer zu bringen wäre. Würde der Tathagata meinen, dass es ein solches Wesen gebe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet. Subhuti, das, was der Tathagata ein Selbst nennt, hat seinem Wesen nach kein Selbst in dem Sinne, in dem gewöhnliche Menschen denken, dass es ein Selbst gebe. Subhuti, für den Tathagata ist niemand ein gewöhnlicher Mensch. Und darum kann er sie gewöhnliche Menschen nennen."

 

26

 

„Was meinst du, Subhuti? Kann man über den Buddha meditieren mit Hilfe der zweiunddreißig Merkmale?"

 

Subhuti sagte: „Ja, Weltverehrter. Wir sollten die zweiunddreißig Merkmale benutzen, um über den Tathagata zu meditieren."

 

Der Buddha sprach: „Wenn du sagst, du kannst die zweiunddreißig Merkmale benutzen, um den Tathagata zu sehen, ist dann der Cakravartin ebenfalls ein Tathagata?"

 

Subhuti sagte: „Weltverehrter, ich verstehe deine Belehrung. Man sollte nicht die zweiunddreißig Merkmale benutzen, um über den Tathagata zu meditieren."

 

Da sprach der Weltverehrte diesen Vers:

 

Wer nach mir in der Form sucht

oder mich im Klang sucht,

ist auf einem falschen Weg

und kann den Tathagata nicht sehen."

 

27

 

„Subhuti, wenn du denkst, der Tathagata verwirkliche den höchsten, vollkommen erwachten Geist und brauche all diese Merkmale nicht, so irrst du. Subhuti, denke nicht in dieser Weise. Denke nicht, dass jemand, der den höchsten, vollkommen erwachten Geist in sich erweckt, alle Objekte des Geistes als nicht-existent, als vom Leben abgeschnitten, betrachten müsse. Bitte, denke nicht in dieser Weise. Jemand, der den höchsten, vollkommen erwachten Geist in sich erweckt, behauptet nicht, dass alle Objekte des Geistes nichtexistent und vom Leben abgetrennt seien."

 

28

 

„Subhuti, wenn ein Bodhisattva die dreitausend Chiliokosmen als Akt der Freigebigkeit mit so vielen der sieben kostbaren Schätze füllen würde, wie es Sandkörner in der Ganga gibt, so ist das Glück, das durch dieses tugendhafte Handeln hervorgebracht wird, dennoch geringer als das Glück, das eine Person bewirkt, die die Wahrheit verstanden und uneingeschränkt angenommen hat; sie weiß, dass alle Dharmas ohne Selbst sind, und ist fähig, diese Wahrheit vollkommen zu leben und zu ertragen. Warum ist das so, Subhuti? Weil ein Bodhisattva Tugend und Glück nicht zu entfalten braucht."

 

Subhuti fragte den Buddha: „Was meinst du damit, Weltverehrter, wenn du davon sprichst, dass ein Bodhisattva Tugend und Glück nicht zu entfalten braucht?"

 

„Subhuti, ein Bodhisattva bewirkt Tugend und Glück, ist aber der Vorstellung von Tugend und Glück nicht verhaftet. Und darum hat der Tathagata gesagt, dass ein Bodhisattva Tugend und Glück nicht zu entfalten braucht."

 

29

 

„Subhuti, wenn jemand sagt, der Weltverehrte komme, gehe, sitze und liege, so hat diese Person nicht verstanden, was ich gesagt habe. Warum? Die Bedeutung von Tathagata ist ,Der von nirgendwoher kommt und nirgendwohin geht.' Und darum wird er ein Tathagata genannt."

 

30

 

„Subhuti, wenn eine Tochter oder ein Sohn aus gutem Hause die dreitausend Chiliokosmen zu Staubteilchen zermahlen würde, glaubst du, es wären dann viele Staubteilchen?"

 

Subhuti erwiderte: „Weltverehrter, es wären in der Tat sehr viele. Warum? Wenn Staubteilchen eine wirkliche Selbst-Existenz besäßen, würde der Buddha sie nicht Staubteilchen genannt haben. Das, was der Buddha Staubteilchen nennt, sind ihrem Wesen nach keine Staubteilchen. Und darum können sie Staubteilchen genannt werden. Weltverehrter, das, was der Tathagata die dreitausend Chiliokosmen nennt, sind keine Chiliokosmen. Und darum werden sie Chiliokosmen genannt. Warum? Chiliokosmen sind eine Verbindung von Teilchen unter der Bedingung, dass sie zu einem Objekt verdichtet sind. Das, was der Tathagata eine Verbindung nennt, ist ihrem Wesen nach keine Verbindung. Und darum wird sie Verbindung genannt."

 

„Subhuti, sprechen wir von Verbindung, so ist das nur eine herkömmliche Redeweise. Sie hat keine reale Grundlage. Nur gewöhnliche Menschen verstricken sich in herkömmliche Begriffe."

 

31

 

„Subhuti, wenn jemand sagt, der Buddha habe von der Auffassung von einem Selbst, der Auffassung von einer Person, der Auffassung von einem Lebewesen oder der Auffassung von einer Lebensspanne gesprochen, hat diese Person die Bedeutung meiner Lehre verstanden?"

 

„Nein, Weltverehrter. Eine solche Person hat den Tathagata nicht verstanden. Warum? Das, was der Tathagata eine Auffassung von einem Selbst, eine Auffassung von einer Person, eine Auffassung von einem Lebewesen oder eine Auffassung von einer Lebensspanne nennt, ist ihrem Wesen nach nicht die Auffassung von einem Selbst, von einer Person, von einem Lebewesen oder von einer Lebensspanne. Und deshalb wird sie Auffassung von einem Selbst, Auffassung von einer Person, Auffassung von einem Lebewesen oder Auffassung von einer Lebensspanne genannt."

 

„Subhuti, eine Person, die höchsten, vollkommen erwachten Geist in sich erweckt, sollte wissen, dass dies für alle Dharmas wahr ist, dass alle Dharmas dieser Art sind; sie sollte Vertrauen haben, alle Dharmas zu verstehen, ohne jede Vorstellung von Dharmas. Subhuti, der Tathagata hat gesagt, dass das, was Vorstellung von Dharmas genannt wird, nicht eine Vorstellung von Dharmas ist. Und darum wird sie Vorstellung von Dharmas genannt."

 

32

 

„Subhuti, wenn jemand als Akt der Freigebigkeit eine unermeßliche Menge der sieben Schätze opfern würde, um die Welten, die so unendlich wie der Raum sind, damit zu füllen, so wäre das Glück, das diesem tugendhaften Handeln entspringt, nicht so groß wie das Glück, das von einer Tochter oder einem Sohn aus guter Familie herrührt, die oder der den erwachten Geist in sich erweckt, dieses Sutra liest, rezitiert, versteht, in die Praxis umsetzt und anderen erklärt - und sei es nur eine Gatha von vier Zeilen. In welchem Geist ist diese Erklärung zu geben? Ohne sich in Zeichen zu verstricken, gemäß den Dingen, so wie sie sind, und ohne Aufgeregtheit. Warum?

 

Alle zusammengesetzten Dinge sind wie ein Traum,

ein Phantom, ein Tautropfen, ein Blitz.

So meditiert man über sie,

so betrachtet man sie."

 

Nachdem der Ehrwürdige Subhuti, die Bhikkhus und Bhikkhunis, Laienanhänger und Laienanhängerinnen, Götter und Asuras die Rede des Buddha vernommen hatten, waren sie alle voller Freude und Vertrauen und verpflichteten sich, diese Lehren in die Praxis umzusetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

金刚般若波罗蜜经

 

姚秦 三藏法师 鸠摩罗什

 

如是我闻。一时,佛在舍卫国祇树给孤独园,与大比丘众千二百五十人俱。尔时,世尊食时,著衣持钵,入舍卫大城乞食。于其城中,次第乞已,还至本处。饭食讫,收衣钵,洗足已,敷座而坐。

 

时,长老须菩提在大众中即从座起,偏袒右肩,右膝著地,合掌恭敬而白佛言:希有!世尊!如来善护念诸菩萨,善付嘱诸菩萨。世尊!善男子、善女人,发阿耨多罗三藐三菩提心,应云何住?云何降伏其心?

 

佛言:善哉,善哉。须菩提!如汝所说:如来善护念诸菩萨,善付嘱诸菩萨,汝今谛听!当为汝说:善男子、善女人,发阿耨多罗三藐三菩提心,应如是住,如是降伏其心。

 

唯然。世尊!愿乐欲闻。

 

告须菩提:诸菩萨摩诃萨应如是降伏其心!所有一切众生之类:若卵生、若胎生、若湿生、若化生;若有色、若无色;若有想、若无想、若非有想非无想,我皆令 入无余涅槃而灭度之。如是灭度无量无数无边众生,实无众生得灭度者。何以故?须菩提!若菩萨有我相、人相、众生相、寿者相,即非菩萨。

 

复次,须菩提!菩萨于法,应无所住,行于布施,所谓不住色布施,不住声香味触法布施。须菩提!菩萨应如是布施,不住于相。何以故?若菩萨不住相布施,其福德不可思量。

 

须菩提!于意云何?东方虚空可思量不?

 

不也,世尊!

 

须菩提!南西北方四维上下虚空可思量不?

 

不也,世尊!

 

须菩提!菩萨无住相布施,福德亦复如是不可思量。须菩提!菩萨但应如所教住。

 

须菩提!于意云何?可以身相见如来不?

 

不也,世尊!不可以身相得见如来。何以故?如来所说身相,即非身相。

 

佛告须菩提:凡所有相,皆是虚妄。若见诸相非相,则见如来。

 

须菩提白佛言:世尊!颇有众生,得闻如是言说章句,生实信不?

 

告须菩提:莫作是说。如来灭后,后五百岁,有持戒修福者,于此章句能生信心,以此为实,当知是人不于一佛二佛三四五佛而种善根,已于无量千万佛所种诸善 根,闻是章句,乃至一念生净信者,须菩提!如来悉知悉见,是诸众生得如是无量福德。何以故?是诸众生无复我相、人相、众生相、寿者相。

 

无法相,亦无非法相。何以故?是诸众生若心取相,则为著我人众生寿者。

 

若取法相,即著我人众生寿者。何以故?若取非法相,即著我人众生寿者,是故不应取法,不应取非法。以是义故,如来常说:汝等比丘,知我说法,如筏喻者,法尚应舍,何况非法。

 

须菩提!于意云何?如来得阿耨多罗三藐三菩提耶?如来有所说法耶?

 

须菩提言:如我解佛所说义,无有定法名阿耨多罗三藐三菩提,亦无有定法,如来可说。何以故?如来所说法,皆不可取、不可说、非法、非非法。所以者何?一切贤圣,皆以无为法而有差别。

 

须菩提!于意云何?若人满三千大千世界七宝以用布施,是人所得福德,宁为多不?

 

须菩提言:甚多,世尊!何以故?是福德即非福德性,是故如来说福德多。

 

若复有人,于此经中受持,乃至四句偈等,为他人说,其福胜彼。何以故?须菩提!一切诸佛,及诸佛阿耨多罗三藐三菩提法,皆从此经出。须菩提!所谓佛、法者,即非佛、法。

 

须菩提!于意云何?须陀洹能作是念:我得须陀洹果不?

 

须菩提言:不也,世尊!何以故?须陀洹名为入流,而无所入,不入色声香味触法,是名须陀洹。

 

须菩提!于意云何?斯陀含能作是念:我得斯陀含果不?

 

须菩提言:不也,世尊!何以故?斯陀含名一往来,而实无往来,是名斯陀含。

 

须菩提!于意云何?阿那含能作是念:我得阿那含果不?

 

须菩提言:不也,世尊!何以故?阿那含名为不来,而实无不来,是故名阿那含。

 

须菩提!于意云何?阿罗汉能作是念:我得阿罗汉道不?

 

菩提言:不也,世尊!何以故?实无有法名阿罗汉。世尊!若阿罗汉作是念:我得阿罗汉道,即为著我人众生寿者。世尊!佛说我得无诤三昧,人中最为第 一,是第一离欲阿罗汉。我不作是念:我是离欲阿罗汉。世尊!我若作是念:我得阿罗汉道,世尊则不说须菩提是乐阿兰那行者!以须菩提实无所行,而名 须菩提是乐阿兰那行。

 

佛告须菩提:于意云何?如来昔在燃灯佛所,于法有所得不?

 

世尊!如来在燃灯佛所,于法实无所得。

 

须菩提!于意云何?菩萨庄严佛土不?

 

不也,世尊!何以故?庄严佛土者,则非庄严,是名庄严。

 

是故须菩提,诸菩萨摩诃萨应如是生清净心,不应住色生心,不应住声香味触法生心,应无所住而生其心。

 

须菩提!譬如有人,身如须弥山王,于意云何?是身为大不?

 

须菩提言:甚大,世尊!何以故?佛说非身,是名大身。

 

须菩提!如恒河中所有沙数,如是沙等恒河,于意云何?是诸恒河沙宁为多不?

 

须菩提言:甚多,世尊!但诸恒河尚多无数,何况其沙!

 

须菩提!我今实言告汝:若有善男子、善女人,以七宝满尔所恒河沙数三千大千世界,以用布施,得福多不?

 

须菩提言:甚多,世尊!

 

告须菩提:若善男子、善女人,于此经中,乃至受持四句偈等,为他人说,而此福德胜前福德。复次,须菩提!随说是经,乃至四句偈等,当知此处,一切世间、 天、人、阿修罗,皆应供养,如佛塔庙,何况有人尽能受持读诵。须菩提!当知是人成就最上第一希有之法,若是经典所在之处,则为有佛,若尊重弟子。

 

尔时,须菩提白佛言:世尊!当何名此经?我等云何奉持?

 

佛告须菩提:是经名为《金刚般若波罗蜜》,以是名字,汝当奉持。所以者何?须菩提!佛说般若波罗蜜,则非般若波罗蜜。须菩提!于意云何?如来有所说法不?

 

须菩提白佛言:世尊!如来无所说。

 

须菩提!于意云何?三千大千世界所有微尘是为多不?

 

须菩提言:甚多,世尊!

 

须菩提!诸微尘,如来说非微尘,是名微尘。如来说:世界,非世界,是名世界。

 

须菩提!于意云何?可以三十二相见如来不?

 

不也,世尊!何以故?如来说:三十二相,即是非相,是名三十二相。

 

须菩提!若有善男子、善女人,以恒河沙等身命布施;若复有人,于此经中,乃至受持四句偈等,为他人说,其福甚多!

 

时,须菩提闻说是经,深解义趣,涕泪悲泣,而白佛言:希有,世尊!佛说如是甚深经典,我从昔来所得慧眼,未曾得闻如是之经。世尊!若复有人得闻是经,信 心清净,则生实相,当知是人,成就第一希有功德。世尊!是实相者,则是非相,是故如来说名实相。世尊!我今得闻如是经典,信解受持不足为难,若当来世,后 五百岁,其有众生,得闻是经,信解受持,是人则为第一希有。何以故?此人无我相、人相、众生相、寿者相。所以者何?我相即是非相,人相、众生相、寿者相即 是非相。何以故?离一切诸相,则名诸佛。

 

告须菩提:如是!如是!若复有人,得闻是经,不惊、不怖、不畏,当知是人甚为希有。何以故?须菩提!如来说:第一波罗蜜,非第一波罗蜜,是名第一波罗 蜜。须菩提!忍辱波罗蜜,如来说非忍辱波罗蜜。何以故?须菩提!如我昔为歌利王割截身体,我于尔时,无我相、无人相、无众生相、无寿者相。何以故?我于往 昔节节支解时,若有我相、人相、众生相、寿者相,应生嗔恨。须菩提!又念过去于五百世作忍辱仙人,于尔所世,无我相、无人相、无众生相、无寿者相。是故须 菩提!菩萨应离一切相,发阿耨多罗三藐三菩提心,不应住色生心,不应住声香味触法生心,应生无所住心。若心有住,则为非住。

 

是故佛说:菩萨心不应住色布施。须菩提!菩萨为利益一切众生,应如是布施。如来说:一切诸相,即是非相。又说:一切众生,则非众生。须菩提!如来是真语者、实语者、如语者、不诳语者、不异语者。

 

须菩提!如来所得法,此法无实无虚。须菩提!若菩萨心住于法而行布施,如人入暗,则无所见;若菩萨心不住法而行布施,如人有目,日光明照,见种种色。

 

须菩提!当来之世,若有善男子、善女人,能于此经受持读诵,则为如来以佛智慧,悉知是人,悉见是人,皆得成就无量无边功德。

 

须菩提!若有善男子、善女人,初日分以恒河沙等身布施,中日分复以恒河沙等身布施,后日分亦以恒河沙等身布施,如是无量百千万亿劫以身布施;若复有人,闻此经典,信心不逆,其福胜彼,何况书写、受持、读诵、为人解说。

 

须菩提!以要言之,是经有不可思议、不可称量、无边功德。如来为发大乘者说,为发最上乘者说。若有人能受持读诵,广为人说,如来悉知是人,悉见是人,皆成 就不可量、不可称、无有边、不可思议功德,如是人等,则为荷担如来阿耨多罗三藐三菩提。何以故?须菩提!若乐小法者,著我见、人见、众生见、寿者见,则于 此经,不能听受读诵、为人解说。

 

须菩提!在在处处,若有此经,一切世间、天、人、阿修罗,所应供养;当知此处,则为是塔,皆应恭敬,作礼围绕,以诸华香而散其处。

 

复次,须菩提!善男子、善女人,受持读诵此经,若为人轻贱,是人先世罪业,应堕恶道,以今世人轻贱故,先世罪业则为消灭,当得阿耨多罗三藐三菩提。

 

须菩提!我念过去无量阿僧祇劫,于燃灯佛前,得值八百四千万亿那由他诸佛,悉皆供养承事,无空过者;若复有人,于后末世,能受持读诵此经,所得功德,于我所供养诸佛功德,百分不及一,千万亿分、乃至算数譬喻所不能及。

 

须菩提!若善男子、善女人,于后末世,有受持读诵此经,所得功德,我若具说者,或有人闻,心则狂乱,狐疑不信。须菩提!当知是经义不可思议,果报亦不可思议。

 

尔时,须菩提白佛言:世尊!善男子、善女人,发阿耨多罗三藐三菩提心,云何应住?云何降伏其心?

 

佛告须菩提:善男子、善女人,发阿耨多罗三藐三菩提者,当生如是心,我应灭度一切众生。灭度一切众生已,而无有一众生实灭度者。何以故?若菩萨有我相、人相、众生相、寿者相,则非菩萨。所以者何?须菩提!实无有法发阿耨多罗三藐三菩提者。

 

须菩提!于意云何?如来于燃灯佛所,有法得阿耨多罗三藐三菩提不?

 

不也,世尊!如我解佛所说义,佛于燃灯佛所,无有法得阿耨多罗三藐三菩提。

 

言:如是,如是。须菩提!实无有法如来得阿耨多罗三藐三菩提。须菩提!若有法如来得阿耨多罗三藐三菩提,燃灯佛则不与我授记:汝于来世,当得作佛,号 释迦牟尼。以实无有法得阿耨多罗三藐三菩提,是故燃灯佛与我授记,作是言:汝于来世,当得作佛,号释迦牟尼。何以故?如来者,即诸法如义。

 

若有人言:如来得阿耨多罗三藐三菩提。须菩提!实无有法,佛得阿耨多罗三藐三菩提。须菩提!如来所得阿耨多罗三藐三菩提,于是中无实无虚。是故如来说:一切法皆是佛法。须菩提!所言一切法者,即非一切法,是故名一切法。

 

须菩提!譬如人身长大。

 

须菩提言:世尊!如来说:人身长大,则为非大身,是名大身。

 

须菩提!菩萨亦如是。若作是言:我当灭度无量众生,则不名菩萨。何以故?须菩提!无有法名为菩萨。是故佛说:一切法无我、无人、无众生、无寿者。须菩 提!若菩萨作是言:我当庄严佛土,是不名菩萨。何以故?如来说:庄严佛土者,即非庄严,是名庄严。须菩提!若菩萨通达无我、法者,如来说名真是菩萨。

 

须菩提!于意云何?如来有肉眼不?

 

如是,世尊!如来有肉眼。

 

须菩提!于意云何?如来有天眼不?

 

如是,世尊!如来有天眼。

 

须菩提!于意云何?如来有慧眼不?

 

如是,世尊!如来有慧眼。

 

须菩提!于意云何?如来有法眼不?

 

如是,世尊!如来有法眼。

 

须菩提!于意云何?如来有佛眼不?

 

如是,世尊!如来有佛眼。

 

须菩提!于意云何?恒河中所有沙,佛说是沙不?

 

如是,世尊!如来说是沙。

 

须菩提!于意云何?如一恒河中所有沙,有如是沙等恒河,是诸恒河所有沙数,佛世界如是,宁为多不?

 

甚多,世尊!

 

佛告须菩提:尔所国土中,所有众生,若干种心,如来悉知。何以故?如来说:诸心皆为非心,是名为心。所以者何?须菩提!过去心不可得,现在心不可得,未来心不可得。

 

须菩提!于意云何?若有人满三千大千世界七宝以用布施,是人以是因缘,得福多不?

 

如是,世尊!此人以是因缘,得福甚多。

 

须菩提!若福德有实,如来不说得福德多;以福德无故,如来说得福德多。

 

须菩提!于意云何?佛可以具足色身见不?

 

不也,世尊!如来不应以色身见。何以故?如来说:具足色身,即非具足色身,是名具足色身。

 

须菩提!于意云何?如来可以具足诸相见不?

 

不也,世尊!如来不应以具足诸相见。何以故?如来说:诸相具足,即非具足,是名诸相具足。

 

须菩提!汝勿谓如来作是念:我当有所说法。莫作是念,何以故?若人言:如来有所说法,即为谤佛,不能解我所说故。须菩提!说法者,无法可说,是名说法。

 

尔时,慧命须菩提白佛言:世尊!颇有众生,于未来世,闻说是法,生信心不?

 

佛言:须菩提!彼非众生,非不众生。何以故?须菩提!众生众生者,如来说非众生,是名众生。

 

须菩提白佛言:世尊!佛得阿耨多罗三藐三菩提,为无所得耶?

 

如是,如是。须菩提!我于阿耨多罗三藐三菩提乃至无有少法可得,是名阿耨多罗三藐三菩提。

 

复次,须菩提!是法平等,无有高下,是名阿耨多罗三藐三菩提;以无我、无人、无众生、无寿者,修一切善法,则得阿耨多罗三藐三菩提。须菩提!所言善法者,如来说非善法,是名善法。

 

须菩提!若三千大千世界中所有诸须弥山王,如是等七宝聚,有人持用布施;若人以此《般若波罗蜜经》,乃至四句偈等,受持读诵、为他人说,于前福德百分不及一,百千万亿分,乃至算数譬喻所不能及。

 

须菩提!于意云何?汝等勿谓如来作是念:我当度众生。须菩提!莫作是念。何以故?实无有众生如来度者,若有众生如来度者,如来则有我人众生寿者。须菩提!如来说:有我者,则非有我,而凡夫之人以为有我。须菩提!凡夫者,如来说则非凡夫。

 

须菩提!于意云何?可以三十二相观如来不?

 

须菩提言:如是!如是!以三十二相观如来。

 

佛言:须菩提!若以三十二相观如来者,转轮圣王则是如来。

 

须菩提白佛言:世尊!如我解佛所说义,不应以三十二相观如来。

 

尔时,世尊而说偈言:

 

若以色见我 以音声求我  是人行邪道 不能见如来

 

须菩提!汝若作是念:如来不以具足相故,得阿耨多罗三藐三菩提。须菩提!莫作是念:如来不以具足相故,得阿耨多罗三藐三菩提。

 

须菩提!汝若作是念,发阿耨多罗三藐三菩提者,说诸法断灭。莫作是念!何以故?发阿耨多罗三藐三菩提者,于法不说断灭相。

 

须菩提!若菩萨以满恒河沙等世界七宝布施;若复有人知一切法无我,得成于忍,此菩萨胜前菩萨所得功德。须菩提!以诸菩萨不受福德故。

 

须菩提白佛言:世尊!云何菩萨不受福德?

 

须菩提!菩萨所作福德,不应贪著,是故说不受福德。

 

须菩提!若有人言:如来若来若去、若坐若卧,是人不解我所说义。何以故?如来者,无所从来,亦无所去,故名如来。

 

须菩提!若善男子、善女人,以三千大千世界碎为微尘,于意云何?是微尘众宁为多不?

 

甚多,世尊!何以故?若是微尘众实有者,佛则不说是微尘众,所以者何?佛说:微尘众,则非微尘众,是名微尘众。世尊!如来所说三千大千世界,则非世界,是名世界。何以故?若世界实有,则是一合相。如来说:一合相,则非一合相,是名一合相。

 

须菩提!一合相者,则是不可说,但凡夫之人贪著其事。

 

须菩提!若人言:佛说我见、人见、众生见、寿者见。须菩提!于意云何?是人解我所说义不?

 

世尊!是人不解如来所说义。何以故?世尊说:我见、人见、众生见、寿者见,即非我见、人见、众生见、寿者见,是名我见、人见、众生见、寿者见。

 

须菩提!发阿耨多罗三藐三菩提心者,于一切法,应如是知,如是见,如是信解,不生法相。须菩提!所言法相者,如来说即非法相,是名法相。

 

须菩提!若有人以满无量阿僧祇世界七宝持用布施,若有善男子、善女人,发菩萨心者,持于此经,乃至四句偈等,受持读诵,为人演说,其福胜彼。云何为人演说,不取于相,如如不动。何以故?

 

一切有为法 如梦幻泡影  如露亦如电 应作如是观

 

佛说是经已,长老须菩提及诸比丘、比丘尼、优婆塞、优婆夷、一切世间、天、人、阿修罗,闻佛所说,皆大欢喜,信受奉行。