UPUL'S SUTTA COLUMNE 2004'2
(Paramatthaka-Sutta)
(Eine Achter-Sutte)
796 Hat man vom 'Höchsten' eine Ansicht sich gebildet,
An die man sich gewöhnt hat, sie bevorzugt,
Alles, was anders ist, gilt als geringer.
So kommt's, daß Meinungsstreit nicht endet.
797 Worin man für sich selber Heil und Vorteil sieht,
Sei's in Gesehenem, Gehörtem, anderswie Erfahrenem,
Sei es in Regeln oder auch Gelübden,
Das eben greift man davon auf als Dogma,
Für minderwertig hält man alles andere.
798 ,Beschränktes Denken' nennen es die Kenner,
Wenn man vom eigenen Standpunkt anderes geringschätzt*.
Daher nicht auf Gesehenes, Gehörtes, anderswie Erfahrenes,
Auch nicht auf Regeln und Gelübde soll der Mönch sich stützen.
799 Auch (andere Sonder-)Ansicht soll er nicht erdenken,
Sie sich aus Wissen, Regeln und Gelübden formend,
Als gleich nicht mög' er sich vergleichen,
Nicht für gering sich halten oder auch für besser.
800 Das einst Geglaubte ließ er ohne Hangen,
Und auch in (anderem) Wissen sucht er keine Stütze.
Nicht nimmt Partei er unter den Sektierern,
Nicht fällt auf irgend eine Ansicht er zurück.
801 Der kein Verlangen hat nach beiden Enden,
Nach Daseinsformen hier und drüben,
Kein geistig Eingewöhnen gibt es mehr für ihn,
Kein Dogma, unter Lehren ausgesucht.
802 Hier beim Gesehenen, Gehörten, anderswie Erfahrenen,
Auch nicht geringste Ansicht legt er sich zurecht,
Die sich auf solche Wahrnehmungen gründet.
Solch wahren Priester, welcher keine Ansicht annimmt,
Worin hier in der Welt könnt' man ihn einbegreifen?
803 Ergrübelnd nichts und nicht Idolen folgend,
Nicht nehmen sie solch falsche Lehren an;
Und auch an Regeln, Riten und Gelübden
Kann nicht erkennen man den wahren Priester.
Erlöst, fällt er als Heiliger nimmermehr zurück.
Betrachtungen zu einem Sutta aus der Sutta Nipata.
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Kontemplation I Wenn du der Lebendigkeit in dir nachspürst welche Richtungen oder Orientierungen kannst du erkennen?
Bei entsprechender Darstellung lässt sich eine hierarchische Ordnung von einfacheren und komplexeren Formen, gelebte Spiritualität und Religionen erstellen, die ihnen allen zugrunde liegende Erfahrung des „Heiligen“ (erhebend und schrecklich zugleich) ist archetypisch identisch. Die Antwort darauf aber ist persönlichkeits-, zeit- und kulturspezifisch, die sich unter anderem (aus der Komplexität ergebende Hierarchie sollte aber nie mit höher oder niedriger, besser oder schlechter bewertet werden, denn jede Komplexitätsstufe hat ihren Platz in der Ganzheit. „Obere“ und „untere“ Stufen stehen in einem Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit. Jede „niedrigere“ Stufe ist Basis für die „höhere“ und diese wäre ohne die niedrigen erst gar nicht zur Existenz gelangt. Das „Höchste“ für jene, die der „Elefantenspur“ (=Weisheit, die ihren geraden Weg durch den Urwald der Welt geht) folgen wollen, ist Erleuchtung, weil sie höchste Weisheit, Mitgefühl und Liebe ist. Der Ursprung des Buddha – Dharma liegt nicht in einer philosophischen Erkenntnis, sondern in einem außergewöhnlichen Schauungserlebnis des großen Wahrheitssuchers. Er ist es auch, der uns gezeigt hat, dass die höchste Wirklichkeit nicht in der Außenwelt, sondern im Innersten des menschlichen Bewusstseins zu suchen ist. Je nach Disposition des Einzelnen bleibt manchen Menschen der Zugang zu diesem völlig verschlossen. Andere werden zu Hörern der Lehre (des Buddha Dharma) von denen es im Lotus Sutra heißt: Die Shravakas – Hörer haben ein vorläufiges Nirvana erreicht, dass eine Raststätte ist. Das endgültige Nirvana erreichen sie dann, wenn sie den Wandel eines Bodhisattva geführt haben. Alle Schulen des Buddha Dharma sind sich einig darüber, dass dieses Stadium des Hörens und Kontemplierens der Lehre am Beginn unabdingbar notwendig ist. Einer günstiger gelagerten Dispositionsgruppe von Menschen gelingt es nicht nur den Schleier der Affekte, sondern auch den Schleier der Unwissenheit (naive Vorstellungen von Wirklichkeit) zu entfernen. Diese Gruppe verfügt über große innere Klarheit und mitfühlende Liebe zu anderen Lebewesen. |
Kontemplation II Wie oft hast du (heute, gestern, vorige Woche … ) liebevolle mitfühlende Gedanken über dich selbst und andere gepflegt und wie oft negative?
So wird wenigstens in groben Umrissen deutlich, dass Menschen je nach individueller (karmisch bedingter) Disposition, sicher aber auch durch Geburt in eine bestimmte Familie, Gesellschaft, Kultur (oft nur dumpf gespürte) Sehnsucht nach einem „Höchsten“ nach einem eigentlichen „Leben“, das oft transzendent gedacht wird und das sie, das aktuelle ‚Hier – Jetzt’ abwertend, in unterschiedlichen Formen von Spiritualität und Religiosität ausleben können. Sowohl jeder Einzelne, als auch Gruppen und Gesellschaften entwickeln Werthierarchien, in denen ein „Höchstes“ die entscheidende Rolle für Überzeugung, Glauben, Ritus und Kultus spielt.
Kontemplation III Nun einmal ganz ehrlich (vor dir selbst) was ist tatsächlich das Höchste, Anstrebenswerteste für dich jetzt im Augenblick!
Das im Folgenden vorgestellte Sutta behandelt auf seine spezifische Weise die Frage, wie man mit dem „Höchsten“ auf die beste Weise umgehen kann. Sorgsam, allmählich hinführend zu einer Sichtweise, die über die des Pali Kanons hinausgeht.
Vers 796 greift die Frage nach der Sichtweise auf.
Wo? Wann? Wie? Und letztlich zu welchem Zweck (Ziel) und überhaupt etwas wahrgenommen wird. Es ist uns meist gar nicht bewusst mit welch einer durch Vorurteil verzerrten Wahrnehmung wir unsere Wirklichkeit konstruieren. Genau genommen ist es eine (eigentlich die wesentlichste) der Aufgaben des Buddha Dharma uns zu zeigen, wie die Dinge wirklich sind. Dies impliziert im Grunde die Aufforderung, dass wir uns ständig offen halten, nicht annehmen, dass zum Beispiel der Erleuchtete ein Endpunkt ist, an dem jegliche Entwicklung aufhört. Wir bauen uns Wohnbares durch Gewöhnungen, leben mehr und minder automatisiert, aber bequem und haben uns so eingerichtet; so ist alles, was anders ist fremd, eventuell unser Gewohntes verstörend, als feindlich empfunden. Wir müssen damit leben, es gehört zur Conditio Humana, dass in allen Bereichen unseres Lebens solch ein Meinungsstreit ausbrechen kann. Dies gilt natürlich auch für den Buddha Dharma, denn schon kurz nach dem Tod des Buddha Shakyamuni, soll es etwa 18 unterschiedliche Richtungen der Lehrmeinung gegeben haben.
Kontemplation IV Hast du schon einmal kontempliert: Warum will ich ein Buddhist sein? Versuche es jetzt geduldig.
Vers 797 präzisiert das vordem Gesagte noch, indem er die Erstarrung von Meinungen in Dogmen anspricht, die oft undurchdringlich erscheinen und von Einzelnen, mehr noch von Gruppen mit „Klauen und Zähnen“ verteidigt werden, wobei ihre Vertreter auch vor Anwendung von Gewalt häufig nicht zurück schrecken. Das Gemetzel, das sich Fundamentalisten (beiderseits abrahamitischer Prägung!) heute liefern, erfüllt uns mit begreiflicher Trauer, aber es geht auch um den Fundamentalismus und die Unduldsamkeit im eigenen Herzen. Diese wird erst dann deutlich, wenn Außenbedingungen entstehen, die sie manifest werden lassen. Hier taucht auch der Fragenkomplex des intra- und interreligiösen Dialogs auf, die „Frage der Toleranz“ und/oder des gegenseitigen Respekts und der Akzeptanz. Die letzte Zeile des Verses spricht unsere Neigung, das „Andere“ abzuwerten an, es sind gerade hier nicht die großen Dogmen, die eine Rolle spielen, sondern oft geringe Unterschiede in Ritus und Liturgie, die genügen, um zwischen Gruppen von „Gleichgesinnten“ Entfremdung, wenn nicht Feindschaft aufkommen zu lassen. Hier geht es um subtile gruppendynamische Phänomene, die unter dem Mantel des Philosophischen und Religiösen zu emotional heftigen Reaktionen führen. Der „Andere“ wird dann leicht zur Projektionsfläche für eigene Schwächen und Fehler, für „Böses“, dass man vom eigenen Ego fernhalten möchte.
Kontemplation V Bist du ein Theravadin? Wie denkst du über die vom „Intersein“, vom Mahayana oder den Kagyüpas oder aber, noch einen Schritt weiter, über andere Religionen?
Vers 798 Der Weise hat „beschränktes Denken“ aufgegeben, er wertet nichts ab, alle Dinge der Welt sind ihm zum „Lehrer“ geworden, auch die Unzulänglichkeiten des eigenen Daseins, Kummer, Leid und Krankheit. Seine Wahrnehmung und sein Denken sind offen. (Ich erinnere hier schon an das Wort von „offener Weite und nichts von heilig“, das man dem Bodhidharma nachsagt.) Mit allem, was dem Weisen unterkommt, geht er „der Wahrheit gemäß“ um. Auch in diesem Vers gibt uns die letzte Zeile Anlass zum Überdenken. Gesehenes, Erfahrenes, Gehörtes, Regel, Gelübde usf. gehören zur bedingten Welt, bleiben relativ und verleiten, werden sie nicht in ihrer Komplementarität zum Absoluten gesehen, zum Anhaften. Aber das „Relative“, das „Bedingte“ ist Teil des Weges und so muss hier auch bedacht werden, ob wir Heilsames von nicht Heilsamen unterscheiden können. Unsere Erfahrung, unser eigenes Urteil wird aufgerufen, so zum Beispiel in der Rede des Buddha Shakyamuni an die Kalamer: Auch seine eigenen Worte sollen die Kalamer selbst sorgsam prüfen, ob sie zum Heil führen können. Zum anderen erinnert diese Zeile auch an das Gleichnis vom Floß:
Der Dharma ist das Fahrzeug zum Überqueren des Stromes. Am anderen Ufer angekommen wird es wie alle anderen Instrumente mit Dank zurück gelassen. Gelassenheit, Loslassen wird allmählich zum Thema.
Vers 799 Hier wird ein weiteres wichtiges Thema, die Ansicht vom Höchsten betreffend, aufgerissen: Diese Neigung des Menschen sich aus Regeln, Wissen und Gelübden eine „Sonderansicht“ zu formen, zu werten und zu vergleichen, bindet ihn erneut an die relative Seite von Samsara. Der Ratschlag, den die letzte Zeile vermittelt, geht in Richtung Akzeptanz und Gleichmut.
Vers 800 Hier wird mit dem Begriff „ohne hangen“ das Thema „anhaften“ (Upadana) aufgegriffen. Im Visuddhi Magga wird Anhaften als hochgradiges Begehren = Durst bezeichnet. Anhaften kann man an Sinnesobjekten, Ansichten, Regeln, Riten und am Glauben an ein inhärentes Ego (Seelenglaube). Das Anhaften ist auch ein Glied im Kreis des bedingten Entstehens: Durch Anhaften, angehäuftes karmisch wirksames Denken und Handeln gleitet der Prozess des Existierens hinüber zum nächsten Glied, dem „Werden“, das unabdingbar zum letzten Glied der Kette führt: Geburt, Leiden und Tod. Anhaften kann sehr wohl auch zu einem spirituellen „Materialismus“ führen, wenn man zum Beispiel meint, dass eine gewisse Anzahl von meditativen Übungen, Einweihungen usw. einen Besitz darstellt, der Garantien für spirituelle Prosperität abgibt. Die letzte Zeile ist wieder so wichtig: Nicht fällt er auf irgendeine Ansicht mehr zurück. Jegliche Ansicht ist unlösbar verbunden mit ihrem Gegenwert. Kurz gesagt, im Streit der Ansichten geht die Befreiung verloren. Es besteht keine Offenheit. Es heißt auch, „ließ er ohne hangen“. Nicht nur Anhaften, auch das Loslassen wird hier angesprochen. In
A.
VIII - 54 sagt der Buddha: Was aber ist die Entwicklung zum Loslassen?
Da lebt ein Sohn aus einer guten Familie im Haus mit einem Gemüt, das frei von
Befleckung durch Engherzigkeit und Geiz ist, er empfindet Loslassen als
Befreiung, ist da mit offenen Händen, beglückt durch Zurücktreten, für Bitten
offen, glücklich, wenn er teilen kann. Das wird Entwicklung zum Loslassen
genannt. Eine andere Form des Loslassens wird in M 99 ausgeführt: Um
Verdienst zu entwickeln und Heilsames zu gewinnen, wird Loslassen als
wichtigste Eigenschaft genannt, wobei zugestanden wird, dass der „Hauslose“,
weil er entsagt hat, wenig Pflichten und Arbeit hat. Der kann gesammelt bei
der Wahrheit und beim innigen Streben, beim Wiederholen der Lehre und beim
Loslassen bleiben. Sobald er merkt, ich lasse immer wieder los, gewinnt er
einen Sinn für das Ziel, einen Sinn für die Daseinsgesetze und empfindet die
mit der Wahrheit verbundene Freude. Beharrlich geübtes Loslassen führt
letztlich zu einem der drei Tore der Befreiung: zur Wunschlosigkeit. Der
Dhyana – Meister Shi- Yün unterscheidet drei Arten des Loslassen:
1) Wenn alle Dinge innerlich und äußerlich, körperlich und geistig aufgegeben worden sind, wenn überhaupt keine Objekte des Anhaftens mehr zurück bleiben - dies ist die höchste Form des Loslassen.
2) Wenn der Weg des Dharma verfolgt wird und Taten der Tugend (Paramitas) ausgeführt werden, während andererseits Loslassen eintritt und der Geist keine Hoffnung auf Belohnung hegt – das ist die mittlere Form des Loslassens.
3) Wenn alle Taten guter Werke getan werden, jedoch mit Hoffnung auf Belohnung, aber, durch das Anhören des Dharma Anhaften weitgehend aufgehört hat – so ist das die niedrigste Form des Loslassens.
Kontemplation VI Vorübung: spanne die gesamte Körpermuskulatur maximal (isometrisch im Sitzen oder im Stehen) für 5 Sekunden an. Lass sie dann los. Fühle deinen Körper. Verbinde dies mit Gedanken in dem, was du so alles festhalten musst. Kannst du nachher lächeln, dann ist es sicher heilsam.
Und nun kontempliere den Begriff „Loslassen“ mit allem, was mit ihm verknüpft ist. Natürlich ist das ‚Nicht-Anhangen’ auch verbunden mit Dana, der Großzügigkeit und Freigiebigkeit, welche die basale Tugend der Paramitas ist.
Vers 801 „Der kein Verlangen hat nach beiden Enden.“ Auch starkes Verlangen nach Befreiung, Erlösung, Nirvana kann ein erhebliches Hindernis auf dem Pfad sein. (Erlösungsgier) Pfadbeschreibungen, Methoden, Techniken werden oft hypostasiert, also verdinglicht, so kann zum Beispiel Prajnaparamita nicht als Wissen, Weisheit oder innere Transformation aufgefasst werden, sondern als Buch, das Gegenstand, einer rituell vollzogenen Verehrung wird. In dem Vers steht auch noch: „Kein geistig Eingewöhnen gibt es mehr führ ihn….“.Gewohnheit tötet jegliche Intuition und hindert lebendige Erfahrung. Betrachten wir den „normalen“ Menschen, so beobachten wir, dass ihm Begrenzungen lieber zu sein scheinen, als seine Freiheit. Das Ego hat sich seinen Bunker gebaut und fühlt sich darin sicher.
(Das „andere Ufer“ wird gerne als „Daseinsform“ materialisiert und damit in die relative Wirklichkeit einseitig verwoben.)
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Vers 802 Führt dieses Thema weiter: „Auch nicht die geringste Ansicht legt er sich zu Recht….solch wahrer Priester (im Ursprungstext steht Brahmane, wobei damit lediglich jemand gemeint ist, der ernsthaft strebt.), welcher keine Ansicht annimmt. “An dieser Stelle meldet sich meines Erachtens schon die Sichtweise Nagarajunas mit seinem Verständnis der „Leere“ und seinen 8 Negationen an. Eigentlich wäre es besser von der Offenheit des „Einen“ zu sprechen und der Sichtweise, dass Samsara und Nirvana dynamische Strukturen der Leere sind, wie es schlussendlich in der Philosophie der Hua Yen (Avatamsaka) Literatur ausgeführt wird. Das „nicht mehr Verlangen“ und das „völlige Loslassen“, das sich dem Überlassen, das da im Geist auftaucht, wird wesentlich. Je klarer sich die sprachlose Achtsamkeit entwickelt, desto eher können wir uns in die Gegenwart fallen lassen. Die in den beiden letzten Versen vorgetragenen Vorschläge mahnen zur Rückkehr zum Natürlichen und Einfachen, aber das ist schon Zen, das sich gegen die Akademisierung und philosophische Überfrachtung gegen die Versteinerung in Scholastik wendet. Es ist meines Erachtens der schon in dem hier vorgestellten Sutta vom Höchsten angedeutete Versuch, Befreiung, Erleuchtung im direkten Leerheits- und Einheitserlebnis zu verwirklichen. Zen ist der Versuch, auf das Urerlebnis des Buddhismus zurück zu gehen, Buchwissen durch Erfahrung und Gelehrsamkeit durch Intuition zu ersetzen. Im hier vorliegenden Sutta heißt es: „Ergrübelnd nichts und nicht Idolen folgend.“ Es geht darum, den rastlosen Intellekt an seine äußersten Grenzen zu führen und ihm so zum Schweigen zu bringen. Nur so kann unser all – verbundener, intuitiver Geist sich manifestieren.
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Vielleicht erscheint es paradox, aber Zen ist die Praxis der (gewiss nicht einfachen) Hua Yen (japanisch Kegon) Philosophie. Allerdings wird diese Praxis bezeichnet als eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, indem sie direkt auf des Menschen Geist weist, zeigt sie ihm seine wahre Natur und die Erlangung der Buddhaschaft. Eine schriftliche Tradition und mündliche von Person zu Person gehende Übertragungslinie sollten harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Das hier vorgestellte Sutta enthält im Kern schon die Ablehnung des Zen gegenüber bloßer Buchstabengelehrtheit und Dogmatismus, um den Geist des Menschen frei zu machen für die Erkenntnis des Herzens und der Lehre des Buddha: Die Wesensgleichheit aller Dinge zu erkennen und damit zu einer tiefen Sakralisierung alles Existierenden zu gelangen.
Als der Buddha seine Welt verändernde Grunderfahrung hatte, war vermutlich in ihm der Wunsch da, die ganze Wahrheit zu verkünden. (gar nichts zu sagen wäre Selbstsucht und ein sich der Welt Versagen gewesen.)
Aber er wusste, die ganze Wahrheit wäre von niemand verstanden und akzeptiert worden. So entschied er sich zum Lehren der drei Fahrzeuge. Diese umfassten alle das Höchste und das Niedrigere – es wird immer beides zu finden sein. Oberflächlicheres und das Tiefste.
Nur noch ein Nachsatz: Bei vertiefter Lektüre des frühen „Buddhismus“ (was immer das ist) fühlt man oft das Heraufkommen dessen, was später als Mahayana sich präsentieren wird.
UPUL